Der erste Streich: STUNT 100

So ist er nun vollbracht, der erste Streich. Viele von euch haben uns Glück gewünscht und die Daumen gehalten. Einige von euch haben sogar bis tief in die Nacht den Live-Ticker des Veranstalters (den ihr noch nachlesen könnt) verfolgt. Vielleicht gibt es sogar welche unter euch, die auf einen Bericht oder die Geschichten vom STUNT warten. Die meisten hoffen vermutlich einfach darauf, nicht mehr so viel von uns lesen zu müssen. 😉 Diese wollen wir mit diesem Beitrag enttäuschen. Für erstere wollen wir hier den Versuch wagen, die vielschichtige Geschichte des STUNT 100 anzureißen:

Ein epischer Lauf ins Ungewisse

Epische Musik, die das obligatorische Briefing einläutet. Hells Bells von AC/DC oder For Whom the Bell Tolls von Metallica. Ein Abschiedslied, wenn die Läufer und Läuferinnen sich zum Start begeben, kurz bevor sie sich ihrer vielleicht letzten Herausforderung widmen. Conquest of Paradies von Vangelis, das als Abschiedslied von Henry Maske gespielt wurde. Vielleicht auch eines der Lieder von Hans Zimmer – Lost But Won – das die Läufer und Läuferinnen auf das Bevorstehende einstimmt. Im Anschluss, wenn wir der Gefallenen gedenken und die Überlebenden auszeichnen, wird dann Adiemus von Karl Jenkins gespielt, oder Now We Are Free ebenfalls von Hans Zimmer, wie wir es vielleicht noch von Gladiator kennen. Wir haben eine ungefähre Ahnung davon, wie ein episches Laufwochenende aufgebaut werden sollte. Der STUNT 100 in Sibbesse braucht all dies nicht. Diejenigen, die hierhinkommen, haben auch so schon eine Ahnung von dem, was auf sie zukommt. Der Veranstalter Hansi hat sie alle einzeln von Hand ausgesucht und das ist auch gut so: Denn der STUNT 100 hat sich – so müssen wir es zugeben – mit allen Wassern gewaschen und verlangt allen Beteiligten einiges ab und schenkt ihnen zugleich sehr vieles.

Den Kampf, den es bedeutet, können wir euch hier jedoch nicht vorwegnehmen. Auch dieses Gefühl von Abenteuer, wenn es nachts über den Külf geht, können wir hier weder adäquat in Worte fassen, noch werden ihm die Bilder gerecht. Ebensowenig das Gefühl ständig dem dunklen Turm ausgesetzt zu sein. Auch das Gefühl der helfenden Hände am Rand, die alles tun, um dich voran zu tragen und dich für deine Aufgabe zu wappnen, die gleichzeitig aber hilflos sind; denn tragen können sie dich nicht – so wie der weise Mann im Film, dem nicht mehr verbleibt, als dem jungen Krieger das magische Schwert zu überreichen, ihm ein paar Hinweise zu geben und dann in die Schlacht ziehen zu lassen. Das müsst ihr selbst erleben.

Darum gehen wir nun zu einer anderen Geschichte über, die an diesem Laufwochenende geschrieben wurde. Denn irgendwie sind Hansi dort, trotz aller Mühe zwei Gestalten in seine Starter*innenliste geraten, die – um noch für einen Moment bei den Liedern zu bleiben – eher nach Entry of the Gladiators von Julius Fucik klingen: Tim und Struppi oder wie sie während des Laufs liebevoll vom Team des Veranstalters genannt wurden wahlweise „die Partygang“, „das laufende Stimmungsnest“ oder die „Spaßgang“, die „die Versorgungsstationen plündernd durchs Leinebergland läuft und gute Laune verbreitet“.

Die Spaßgang

Diese Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Wir haben das gemacht, was wir am besten können: Über lange Distanzen essen und Klamauk machen. Dabei könnt ihr uns aber so regelmäßig erleben, dass wir das hier gar nicht weiter ausbreiten müssen: Entweder ihr kennt uns oder ihr lernt uns noch kennen oder das Schicksal meint es gut mit euch. Ob wir unser Ziel, den Verpflegungsstandaufenthaltsrekord vom vergangenen Jahr zu brechen, wissen wir leider nicht. Wir haben uns aber alle Mühe gegeben. Wir müssen uns an dieser Stelle aber sehr ausdrücklich bei Susanne, Matze und seiner Tochter entschuldigen: Aufgrund der hereinbrechenden Nacht hatten wir die Augen zu stark auf Sibbesse gerichtet, um euren VP in dem Moment richtig zu würdigen. Nur acht Minuten waren wir bei euch! Das tut uns sehr Leid und wir werden im nächsten Jahr alles daransetzen, euch die verpasste Zeit zurückzugeben (Sorry, Hansi.). Eure wunderbare Versorgung und die ganzen liebevollen Kleinigkeiten haben wir dennoch mit uns mitgenommen und uns auf den nächsten Kilometern von ihnen beflügeln lassen!

Die Photo-Love-Story: Frankie Goes to Sibbesse

Frankie! Im letzten Jahr Teil des glorreichen Triumvirats hat Frank sich in diesem Jahr der Vernunft gebeugt und verletzungsbedingt pausiert. Da wir nicht ganz ohne ihn laufen wollten… Seht einfach selbst:

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(Das letzte Bild haben wir ganz dreist von der STUNT100-Homepage übernommen. Das Copyright dafür liegt vermutlich bei [wenn ich mir Namen richtig merken könnte] Susanne.)

Das Comeback

Ohne ihn hätten der Pfad- und der VP-Sucher sich sicherlich nicht so ohne weiteres kennengelernt. Ohne ihn wären wir wahrscheinlich auch nicht so wirklich in diese Ultralaufszene hereingerutscht. Der Mensch, der sich hier bei den Kommentaren würdig „der alte Mann“ nennt, ist sicherlich so etwas wie unser beider Lauf-Papa. Durch ihn haben wir auch zum STUNT gefunden. Nun hatten wir ihn für dieses Wochenende noch einmal zurück auf die lange Strecke geholt. So sollte sich der Kreis schließen. Diese Geschichte können wir andernorts erzählen – oder ihr fragt ihn selbst. Eine Sache vom STUNT gibt es hier aber noch, die für uns doch die Menschen in der Ultra-Laufszene auszeichnet und die wir hier wiedergeben wollen: Wo sonst halten die Menschen mitten in dem, was einige als Wettkampf betiteln wollen, inne und rufen den Veranstalter an. Sie stehen mitten im dunklen Wald, genießen das Spektakel, das hunderte Glühwürmchen, die den Wegesrand säumen, ihnen bieten und haben einfach das Bedürfnis, dieses Erlebnis mit jemandem  zu teilen.

Danke, Helmut, dass du dich für uns oder durch nochmal zu dieser Ausnahmeaktion hast hinreißen lassen! Wir verneigen uns.

Die wahren Held*innen

Auf dem Finisher-Photo des STUNT 100 2017 sind neun Menschen zu sehen, die – auch wenn sie sicherlich zum Teil einiges durchgemacht haben – im Wesentlichen ein so schönes Urlaubswochenende geplant hatten, dass sie sogar bereit waren, Geld dafür zu bezahlen. Sie alle sind an diesem Wochenende sicherlich mehr gelaufen als der Durchschnittsmensch. Sie haben vielleicht auch ein wenig Respekt oder Mitleid verdient, wenn wir uns überlegen, welchen Quatsch sie sich für das Wochenende ausgesucht haben. Die wahren Helden und Heldinnen dieses Wochenende tauchen aber auf dem Bild nicht auf: Das ganze Versorgungsteam des STUNT 100 fehlt. Dabei sind dies die Menschen, die alles in ihrer Macht stehende getan haben, um die Verrückten zu unterstützen. Sie werden viel zu oft vergessen, aber ohne sie und ihren freiwilligen Einsatz mit vollem Herzblut wäre am ganzen Wochenende nichts gelaufen. Für uns seid ihr die wahren Heldinnen und Helden. Ihr wisst, was ihr alles getan habt und dazu können wir, während wir uns demütig verbeugen, nur eines sagen: Danke! Schön, dass ihr da wart! Die Geschichten, die ihr erlebt…

Die Familienfeier

Die Geschichte des STUNTs ist auch die Geschichte einer großen Zusammenkunft einer etwas größeren kleinen Familie. Die wenigsten Menschen dort haben wir uns gezielt ausgesucht oder aussuchen können, aber bei allen sind wir froh, dass sie da sind, und irgendwann – so sagt es der Pfadsucher – kommt der Punkt, an dem wir nicht nur für uns sondern auch für sie laufen. Denn jeder einzelne dieser Menschen trägt auf seine ganz eigene Weise etwas ganz Besonderes zu dieser Feier bei, trägt uns ein Stück weit mit und für jeden einzelnen dieser Menschen hätte ich zumindest eine kleine Geschichte parat, die ich mir in guter Erinnerung behalten möchte. Einige davon werden bestimmt sehr lange begleiten, werden aufbewahrt wie kostbare Schätze und ausgepackt, wenn wir in dunkler Nacht verloren auf einem einsamen Trail stehen. Weißt du noch… ?

Photos haben wir wie immer ein paar zusammengestellt: Der Pfadsucher und Der VP-Sucher. (Leider wissen wir noch nicht, wie wir daraus ein einziges Album machen.) Dabei sind auch die Bilder aus der Frankie Goes to Sibbesse-Love-Story in höherer Auflösung.

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7 Gedanken zu „Der erste Streich: STUNT 100

  1. Ja, auch ich war einer der die Aktion mehr oder weniger am Live Ticker verfolgte. Ist schon irre was sich (ich glaube Hochbegabte Menschen) freiwillig so antun!
    RESPEKT an alle Teilnehmer, die trauen sich was und ziehen die Sache durch RESPEKT
    Wobei,vielleicht machen die beiden Pfadsucher nebst Anhang und Wiederholungstäter nur mit weil die VP’s so superspitze sind, die Menueauswahl reichhaltig und die Menschen so herzlich und Engagiert ihr Helferamt ausüben…. da will man schon mitlaufen ( wenn nur die 100 Meilen nicht wären).
    Kann der anstehende Kölnpfad jetzt noch was toppen?
    Ich denke Ihr werdet wieder berichten….
    Gruß vom Niederrhein wünscht Helmut M.

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    • Wieder einmal: Vielen lieben Dank für den ermutigenden Kommentar! Es ist toll, zu erleben, wie du immer mitfieberst! Danke dafür. 🙂
      Was deine Vermutung angeht, so ist das sicherlich ein riesiger Teil von dem, was diese Läufe für uns ausmacht: Das leckere und reichliche Essen (mehr als 32 Stunden lang sind die VPs offen) und die Gemeinschaft drumherum. 🙂
      Aber zumindest einen Teil davon kannst du ja auch schon diesseits der 100 Meilen erleben. 😉
      Hm… auf Bestellung Quaxi-Wunderfrösche für den Pfadsucher, Milchreis am Haupt-VP und Schwarzwälder Kirschtorte nachts um 3 nach dem Külf für Helmut, gekochte Kartoffeln und extra für mich noch zusätzlich geholte Salzchips an mehreren VPs… es wird schwierig für den Kölnpfad, das zu toppen. Auch wird der es mit deutlich mehr Teilnehmern etwas schwieriger haben, so familiär zu werden. Aber dort werden wir, so denn alles gut geht, mit der munteren Truppe aus Düren die VPs plündern. Wir werden aber berichten! 🙂
      Schöne Grüße aus Aachen an den Niederrhein wünscht
      der VP-Sucher Björn

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  2. Ich muss schon sagen, äußerst Bucketlist-Verdächtig, das Ganze. Nächstes Jahr und etwa einen Monat nach der Tortour für mich wahrscheinlich zu sperrig, aber für 2019 werde ich das Ding mal auf den Zettel schreiben. Bekloppt genug bin ich, und stur genug auch. o.O

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    • Super, wenn unser Eintrag zur Aufnahme in deinen Eventkalender führt. 🙂
      Der Termin für den STUNT100 2018 ist noch nicht fix. Der Veranstalter Hansi und sein Team werden diesen Juli einen Termin aussuchen, der dann auch fix sein und für nachfolgende Jahre beibehalten wird. Ich kann dann gerne hier an dieser Stelle nochmal einen Kommentar absetzen, wir werden aber vermutlich auch einen kleinen Eintrag dazu machen, wenn wir uns wieder für dieses Abenteuer anmelden. Wir halten dich also auf dem Laufenden. 😉

      Die Tortour der Uhr war für uns auch ein sehr feiner erster 100-Meiler, ebenfalls mit sehr viel Liebe organisiert und lebt auch sehr von der Stimmung, die dort aufgebaut wird. 🙂 Wenn du dann im Tigerkostüm an uns vorbeirast, können wir dir auch noch eine Tüte Chips hinterherwerfen… Ich habe das mal in unsere Planung aufgenommen. 😉

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      • Naja, den Stunt kenne ich schon mindestens seit letztem Jahr, aber als Katalysatoren wirkt Ihr definitiv 😉
        Mal sehen, wie es sich in nächster Zeit so entwickelt, der Sommer ist ja immer voller interessanter Abzweigungen, was Ultras angeht; aber auf dem Zettel, wie gesagt, isser, der Stunt. Und ein wenig Anlauf, des nötigen Respekts wegen, wäre vermutlich so dumm nicht. Zudem liegt mir das anscheinend, dieses zwei-Jahre-auf-etwas-hin-trainieren.
        Was das Bewerfen mit Nahrungsmitteln angeht: bitte gern, aber ich werde deutlich besser durch Käsebrote, Kuchen oder Gummibärchen getriggert 😀 Kuchen aber bitte bei der zuständigen Fahrradbegleitung abgeben!

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      • Ja, bis dahin fließt noch viel Wasser die Ruhr und die Leine hinunter. Aber wir schauen mal, was sich da machen lässt und freuen uns dann sicherlich, wenn du von hinten angetigert kommst. 😉

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  3. Pingback: Das Ende. | Pfadsucher

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