Das Ende.

Endlich. Der einzig mögliche Gedanke in der letzten Stunde war: Bald kommt die nächste Bank, die nächste Gelegenheit sich hinzusetzen. Und egal was dann passiert – dann ist es vorbei. Zu lang und zäh die letzten Stunden, zu wenig Kilometer in so unendlich viel Zeit. Dieses Mal hat es einfach nicht funktioniert.

Es ist ungefähr Mitternacht und ca. Kilometer 153 von den letztlich 166 Kilometer auf dem Kölnpfad. 24 h sind wir jetzt zu viert unterwegs. 24 unfassbar schöne Stunden. Gerade weil wir es tatsächlich vollbracht haben als Quartett so weit zu kommen. Unterwegs haben wir so viele Freunde getroffen, haben viele Kilometer mit ihnen geteilt, den Humor wie üblich nicht zu kurz kommen lassen, die wunderbaren VPs genossen und Stück für Stück Köln umrundet. Wir haben ein gemeinsames Tempo gefunden und immer aufgepasst, dass wir für keinen von uns Vieren zu schnell unterwegs sind. Dass das funktioniert hat ist erstaunlich und eine wunderbare Sache. Die Kraft haben wir und besonders auch ich in den letzten Stunden viel aus dieser Gemeinsamkeit geschöpft, aus der Freude so lange zusammen unterwegs sein zu können. Aus den gemeinsamen Gesprächen, den „Witzen“ und den Plänen für die Zukunft. Für mich kam auch ein Teil der Motivation aus dem Willen nach dem STUNT100 am Wochenende davor auch Köln erfolgreich zu umrunden. Und wir waren unserem gemeinsamen Traum zu viert über 100 Meilen gemeinsam zu laufen so unfassbar nahegekommen.

Und doch kündigte sich schon einige Stunden vor Mitternacht an, dass das Ende schwer werden würde. Die Erschöpfung ließ sich viele Stunden des Laufs mit Kaffee und Cola bändigen, doch langsam aber sicher befreite sie sich aus dem Koffeingefängnis. Die Hinweise mehrten sich. Ich vergaß regelmäßig zu essen und zu trinken. An und für sich nicht dramatisch am Ende eines langen Laufes, aber das Ende war eben noch zu weit weg. Mehrere Stunden zu weit. Am letzten VP konnte ich kaum etwas zu mir nehmen und war schon stehend KO. Und vor uns lag noch mehr als ein Halbmarathon in erst einbrechender und dann völliger Dunkelheit. Das bedeutete mit unserem momentanen „Tempo“ fast 4 Stunden auf den Beinen. In der zweiten Dunkelheit. Unvorstellbar und nicht möglich. Dieses Mal hatte die Erschöpfung gewonnen und brach so allumfassend über mich herein wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Und dann kam sie. Endlich: die Schutzhütte. Zu nichts mehr fähig sank ich auf die Bank. Das Ende. Niemals wieder werde ich aufstehen. Sofort ist es kalt. Sehr sogar. Der Kreislauf verabschiedet sich. Ein bekanntes Gefühl und noch schlimmer: mir ist es egal. Ich muss mich ja nie mehr bewegen.

Die Bank ist hart. Und es ist doch sehr, sehr kalt in dieser Nacht im Juli. Und unfassbar still und einsam. Es sind 4 Bänke da – keiner von uns spricht. Es ist dieser sehr spezielle Moment. Ich weiß meine drei Begleiter sind momentan besser drauf. Haben ihre Tiefs überwunden oder nie eins gehabt. Oder sind im Kopf stark genug um das Tief zu übertrumpfen. Und alle drei wissen, dass es kaum mehr als 10 Kilometer sind bis zum Ziel. Ich weiß – sie wollen unbedingt dort hin. Sie halten den Atem an, unternehmen aber nichts. Stille. Ein paar Minuten. Ich stehe auf. Auch wenn es die härtesten Stunden werden sollten – hier, irgendwo im Königsforst können wir ja doch nicht bleiben. Schritt für Schritt muss es weitergehen.

Ich werde oft gefragt: warum? Ich kann es nicht sagen. Aber gerade in diesen Momenten in denen die Hoffnung, die Kraft und die Überzeugung gegangen sind, in denen nichts mehr geht und das Ende da ist – liegt etwas unbeschreibliches. Diese Überwindung zu erleben macht sicher einen Teil des Reizes aus auf diesen langen Strecken.

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#1: TorTour de Ruhr (160,9 km), 2016

#2: STUNT100 (160,9 km), 2016

#3: LangsteNaachtLoop (166 km), 2016

#4: Hermannsweg (161 km), 2017

#5: Seilersee (161 km), 2017

#6: STUNT100 (160,9 km), 2017

#7: Kölnpfad (166 km), 2017

tbc…

 

Der zweite Streich: Eimol öm janz Kölle röm

Nun ist er vollbracht, der zweite Streich, und auch drei Tage später lässt sich die Frage, ob es nun eine gute Idee sei, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden einen Ultra zu laufen, noch nicht abschließend mit einem klaren „nein!“ beantworten.

Mir, jedenfalls, tat es sehr gut, in Köln bei dieser jecken Veranstaltung an den Start zu gehen. Der offensichtliche Grund hierfür sind neben dem vielen leckeren Essen, das auch für meinen exklusiven Geschmack sehr viele Möglichkeiten bot, die vielen lieben Menschen, die beim Kölnpfad wiedergetroffen oder kennengelernt habe: Allen voran natürlich unser jeckes Quartett bestehend aus dem Pfadsucher, mir und der Dürener Connection hinter dem Pussy-Run. Aber auch mit vielen anderen Menschen habe ich mich vor dem Lauf, während des Laufs auf der Strecke oder an den VPs oder in der Zeit nach dem Lauf und vor dem großen Essen, oder während des großen Essens hervorragend unterhalten können. Ein Erlebnis, das für mich immer eine große Bereicherung darstellt.

Einen weiteren Grund, der für Außenstehende vielleicht eher im Verborgenen bleibt, möchte ich hier auch an prominenter Stelle genannt wissen: Der Lauf ist einfach mit sehr viel Liebe und auch Achtsamkeit organisiert. So wird versucht, durch das Weglassen von Einwegplastikbechern und durch den Gebrauch von kompostierbaren Tellern und von kompostierbarem Besteck die Belastung für die Umwelt zu minimieren. Diese Haltung setzt sich auch bei der Wahl des Essens und bei der größe der Getränkebehältnisse fort. (Klar, wenn ich meinen eigenen Becher mitbringen muss, dauert das mindestens fünf Sekunden länger. Aber bei den wenigsten Läufer*innen kommt es bei einer Streckenlänge von hier mindestens 75 Kilometern auf die paar Sekunden an.) Weiter räumen die Veranstalter den Menschen, die hier für einen guten Zweck teilnehmen, einen besonderen Platz ein, um ihr Projekt vorzustellen – nicht nur in den Startunterlagentaschen sondern auch bei der Sieger*innenehrung. Hier wurde insbesondere das Projekt Papillon für Kinder krebskranker Eltern vorgestellt¹. Auch die Haltung des Orgateams gegenüber allen Beteiligten insbesondere auch gegenüber ihrem Helfer*innenteam wirkte auf mich nachhaltig positiv; eine Haltung aus der tiefe Dankbarkeit sprach. Schließlich bleibt es bei so einer großen Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmenden nicht aus, dass bei den Nahrungsmitteln Reste übrigbleiben. Diese haben Tom und Thorsten an die Tafel gespendet. Diese Grundhaltung, die das Orga-Team an diesem Wochenende gezeigt hat, empfinde ich als vorbildlich und bin froh, dass ich das so miterleben durfte.

Der nächste Grund, warum mir das Wochenende am und auf dem Kölnpfad sehr gut getan hat, ist – mal wieder – die Begeisterung und Einsatzbereitschaft des gesamten Teams an der Strecke. Es ist jedes Mal wieder der Wahnsinn diese Menschen zu erleben, die einen großen Batzen ihrer Freizeit opfern, um den verrückten Menschen auf der Strecke zu helfen, ihnen beizustehen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, die Verrückten in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Mit welcher guten Laune und welchem Wohlwollen sie das machen, erfüllt mich jedes Mal aufs Neue mit Verzücken.

Weiter klingt der Kölnpfad zunächst einmal nach einer relativ ungefährlichen Sache (sehen wir mal von den Kilometerzahlen ab, die für die meisten Menschen schon sehr verrückt klingen). Tatsächlich sprechen die Zahlen der Aussteigenden  aber eine andere Sprache: über fünfzig Prozent auf der 100-Meilen-Strecke. Die Rohdaten verleiten vielleicht ein wenig dazu, den Kölnpfad zu unterschätzen, und so gibt es doch sehr viele, die hier an ihre Grenzen stoßen, egal ob sie sich für die 100 Meilen, die jecken 10 x 11 Kilometer oder die Nachtschicht (75 Kilometer) entschieden haben. Einige erreichen diese früher als gedacht und kämpfen dann, um die Grenzen doch noch ein wenig hinauszuschieben, andere wachsen tatsächlich über sich hinaus. Lange hat es mich in der Nacht nicht im Zelt gehalten, zu groß war am Morgen der Drang, jene zu empfangen, die sich durch die letzte Nacht gekämpft hatten, ihnen zu ihrer Leistung zu gratulieren, die sicherlich mehr Täler gesehen hatten als ich an diesem Wochenende.

Zur Strecke des Kölnpfads können andere Menschen ganze Bücher schreiben. Wie ich inzwischen weiß, ist sie mit sehr viel Liebe zum Detail ausgesucht worden und zeigt neben vielen schönen Stellen in der Natur auch sehr viele Orte, die einen Teil der bewegten Geschichte dieser Stadt offenbaren. Während des Laufs blieb mir diese Einsicht jedoch leider verborgen. (Vielleicht muss ich diesen Lauf ja mal in Begleitung eines Kölner Menschen absolvieren.) Andere Menschen, die einen größeren Bezug zu Köln haben, können sicherlich auch in größerer Begeisterung davon vorschwärmen, wie grün der Lauf doch ist, obwohl die Strecke sich nie wirklich weit von der Zivilisation entfernt. Doch da, so bin ich ehrlich, stehe ich mehr auf die kleinen wirklich schmalen Pfade, die sich durch die Felder und Wälder schlängeln. Zugegeben, wir hatten auch viel Dunkelheit und auch der Tag war mit dem vielen Regen nicht besonders freundlich, auch wenn es sich unter dem kleinen Knirps, den ich eigens dafür mitgenommen hatte, sehr gut aushalten ließ. (Vom Quasi-Profi zum ersten Mal gehört, nun beim STUNT bei Stefan erneut gesehen und endlich übernommen. Ein kleiner Knirps ersetzt im Regen (ohne Sturm) eine teure Regenjacke locker.) Vielleicht lag es auch an der grandiosen Unterhaltung, dass ich vom Weg selbst nicht so viel wahrgenommen habe. Ein paar Sachen jedoch, bleiben mir als Bilder in Erinnerung und die sind eigentlich ganz schön.

Ein kleiner Hinweis noch für diejenigen unter euch, die den Kölnpfad mal laufen wollen: Es ist sehr hilfreich, für die Wegfindung ein GPS-Gerät dabeizuhaben, mit dem ihr umgehen und nach dem ihr laufen könnt. Es gibt doch ein paar Stellen, an denen die Chance, sich zu verlaufen, recht hoch ist, insbesondere wenn in der Nacht neben der schlechten Sicht auch noch die Müdigkeit hinzukommt.


¹ Das Projekt Papillon unterstützt die Kinder krebskranker Eltern. Diese tragen auch einen Teil der Last, die die Eltern durch die Krankheit schultern müssen. Allerdings haben sie, da sie ja nicht selbst krank sind, weniger Anlaufstellen und Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. Diese Problematik soll hier angegangen werden.

 

Der erste Streich: STUNT 100

So ist er nun vollbracht, der erste Streich. Viele von euch haben uns Glück gewünscht und die Daumen gehalten. Einige von euch haben sogar bis tief in die Nacht den Live-Ticker des Veranstalters (den ihr noch nachlesen könnt) verfolgt. Vielleicht gibt es sogar welche unter euch, die auf einen Bericht oder die Geschichten vom STUNT warten. Die meisten hoffen vermutlich einfach darauf, nicht mehr so viel von uns lesen zu müssen. 😉 Diese wollen wir mit diesem Beitrag enttäuschen. Für erstere wollen wir hier den Versuch wagen, die vielschichtige Geschichte des STUNT 100 anzureißen:

Ein epischer Lauf ins Ungewisse

Epische Musik, die das obligatorische Briefing einläutet. Hells Bells von AC/DC oder For Whom the Bell Tolls von Metallica. Ein Abschiedslied, wenn die Läufer und Läuferinnen sich zum Start begeben, kurz bevor sie sich ihrer vielleicht letzten Herausforderung widmen. Conquest of Paradies von Vangelis, das als Abschiedslied von Henry Maske gespielt wurde. Vielleicht auch eines der Lieder von Hans Zimmer – Lost But Won – das die Läufer und Läuferinnen auf das Bevorstehende einstimmt. Im Anschluss, wenn wir der Gefallenen gedenken und die Überlebenden auszeichnen, wird dann Adiemus von Karl Jenkins gespielt, oder Now We Are Free ebenfalls von Hans Zimmer, wie wir es vielleicht noch von Gladiator kennen. Wir haben eine ungefähre Ahnung davon, wie ein episches Laufwochenende aufgebaut werden sollte. Der STUNT 100 in Sibbesse braucht all dies nicht. Diejenigen, die hierhinkommen, haben auch so schon eine Ahnung von dem, was auf sie zukommt. Der Veranstalter Hansi hat sie alle einzeln von Hand ausgesucht und das ist auch gut so: Denn der STUNT 100 hat sich – so müssen wir es zugeben – mit allen Wassern gewaschen und verlangt allen Beteiligten einiges ab und schenkt ihnen zugleich sehr vieles.

Den Kampf, den es bedeutet, können wir euch hier jedoch nicht vorwegnehmen. Auch dieses Gefühl von Abenteuer, wenn es nachts über den Külf geht, können wir hier weder adäquat in Worte fassen, noch werden ihm die Bilder gerecht. Ebensowenig das Gefühl ständig dem dunklen Turm ausgesetzt zu sein. Auch das Gefühl der helfenden Hände am Rand, die alles tun, um dich voran zu tragen und dich für deine Aufgabe zu wappnen, die gleichzeitig aber hilflos sind; denn tragen können sie dich nicht – so wie der weise Mann im Film, dem nicht mehr verbleibt, als dem jungen Krieger das magische Schwert zu überreichen, ihm ein paar Hinweise zu geben und dann in die Schlacht ziehen zu lassen. Das müsst ihr selbst erleben.

Darum gehen wir nun zu einer anderen Geschichte über, die an diesem Laufwochenende geschrieben wurde. Denn irgendwie sind Hansi dort, trotz aller Mühe zwei Gestalten in seine Starter*innenliste geraten, die – um noch für einen Moment bei den Liedern zu bleiben – eher nach Entry of the Gladiators von Julius Fucik klingen: Tim und Struppi oder wie sie während des Laufs liebevoll vom Team des Veranstalters genannt wurden wahlweise „die Partygang“, „das laufende Stimmungsnest“ oder die „Spaßgang“, die „die Versorgungsstationen plündernd durchs Leinebergland läuft und gute Laune verbreitet“.

Die Spaßgang

Diese Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Wir haben das gemacht, was wir am besten können: Über lange Distanzen essen und Klamauk machen. Dabei könnt ihr uns aber so regelmäßig erleben, dass wir das hier gar nicht weiter ausbreiten müssen: Entweder ihr kennt uns oder ihr lernt uns noch kennen oder das Schicksal meint es gut mit euch. Ob wir unser Ziel, den Verpflegungsstandaufenthaltsrekord vom vergangenen Jahr zu brechen, wissen wir leider nicht. Wir haben uns aber alle Mühe gegeben. Wir müssen uns an dieser Stelle aber sehr ausdrücklich bei Susanne, Matze und seiner Tochter entschuldigen: Aufgrund der hereinbrechenden Nacht hatten wir die Augen zu stark auf Sibbesse gerichtet, um euren VP in dem Moment richtig zu würdigen. Nur acht Minuten waren wir bei euch! Das tut uns sehr Leid und wir werden im nächsten Jahr alles daransetzen, euch die verpasste Zeit zurückzugeben (Sorry, Hansi.). Eure wunderbare Versorgung und die ganzen liebevollen Kleinigkeiten haben wir dennoch mit uns mitgenommen und uns auf den nächsten Kilometern von ihnen beflügeln lassen!

Die Photo-Love-Story: Frankie Goes to Sibbesse

Frankie! Im letzten Jahr Teil des glorreichen Triumvirats hat Frank sich in diesem Jahr der Vernunft gebeugt und verletzungsbedingt pausiert. Da wir nicht ganz ohne ihn laufen wollten… Seht einfach selbst:

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(Das letzte Bild haben wir ganz dreist von der STUNT100-Homepage übernommen. Das Copyright dafür liegt vermutlich bei [wenn ich mir Namen richtig merken könnte] Susanne.)

Das Comeback

Ohne ihn hätten der Pfad- und der VP-Sucher sich sicherlich nicht so ohne weiteres kennengelernt. Ohne ihn wären wir wahrscheinlich auch nicht so wirklich in diese Ultralaufszene hereingerutscht. Der Mensch, der sich hier bei den Kommentaren würdig „der alte Mann“ nennt, ist sicherlich so etwas wie unser beider Lauf-Papa. Durch ihn haben wir auch zum STUNT gefunden. Nun hatten wir ihn für dieses Wochenende noch einmal zurück auf die lange Strecke geholt. So sollte sich der Kreis schließen. Diese Geschichte können wir andernorts erzählen – oder ihr fragt ihn selbst. Eine Sache vom STUNT gibt es hier aber noch, die für uns doch die Menschen in der Ultra-Laufszene auszeichnet und die wir hier wiedergeben wollen: Wo sonst halten die Menschen mitten in dem, was einige als Wettkampf betiteln wollen, inne und rufen den Veranstalter an. Sie stehen mitten im dunklen Wald, genießen das Spektakel, das hunderte Glühwürmchen, die den Wegesrand säumen, ihnen bieten und haben einfach das Bedürfnis, dieses Erlebnis mit jemandem  zu teilen.

Danke, Helmut, dass du dich für uns oder durch nochmal zu dieser Ausnahmeaktion hast hinreißen lassen! Wir verneigen uns.

Die wahren Held*innen

Auf dem Finisher-Photo des STUNT 100 2017 sind neun Menschen zu sehen, die – auch wenn sie sicherlich zum Teil einiges durchgemacht haben – im Wesentlichen ein so schönes Urlaubswochenende geplant hatten, dass sie sogar bereit waren, Geld dafür zu bezahlen. Sie alle sind an diesem Wochenende sicherlich mehr gelaufen als der Durchschnittsmensch. Sie haben vielleicht auch ein wenig Respekt oder Mitleid verdient, wenn wir uns überlegen, welchen Quatsch sie sich für das Wochenende ausgesucht haben. Die wahren Helden und Heldinnen dieses Wochenende tauchen aber auf dem Bild nicht auf: Das ganze Versorgungsteam des STUNT 100 fehlt. Dabei sind dies die Menschen, die alles in ihrer Macht stehende getan haben, um die Verrückten zu unterstützen. Sie werden viel zu oft vergessen, aber ohne sie und ihren freiwilligen Einsatz mit vollem Herzblut wäre am ganzen Wochenende nichts gelaufen. Für uns seid ihr die wahren Heldinnen und Helden. Ihr wisst, was ihr alles getan habt und dazu können wir, während wir uns demütig verbeugen, nur eines sagen: Danke! Schön, dass ihr da wart! Die Geschichten, die ihr erlebt…

Die Familienfeier

Die Geschichte des STUNTs ist auch die Geschichte einer großen Zusammenkunft einer etwas größeren kleinen Familie. Die wenigsten Menschen dort haben wir uns gezielt ausgesucht oder aussuchen können, aber bei allen sind wir froh, dass sie da sind, und irgendwann – so sagt es der Pfadsucher – kommt der Punkt, an dem wir nicht nur für uns sondern auch für sie laufen. Denn jeder einzelne dieser Menschen trägt auf seine ganz eigene Weise etwas ganz Besonderes zu dieser Feier bei, trägt uns ein Stück weit mit und für jeden einzelnen dieser Menschen hätte ich zumindest eine kleine Geschichte parat, die ich mir in guter Erinnerung behalten möchte. Einige davon werden bestimmt sehr lange begleiten, werden aufbewahrt wie kostbare Schätze und ausgepackt, wenn wir in dunkler Nacht verloren auf einem einsamen Trail stehen. Weißt du noch… ?

Photos haben wir wie immer ein paar zusammengestellt: Der Pfadsucher und Der VP-Sucher. (Leider wissen wir noch nicht, wie wir daraus ein einziges Album machen.) Dabei sind auch die Bilder aus der Frankie Goes to Sibbesse-Love-Story in höherer Auflösung.

111 km Bödefelder Hollenlauf 2017

Nach Teil eins am letzten Donnerstag zog es uns 4 Aachener zwei Tage später ins Sauerland zum Bödefelder Hollenlauf. Viel Gutes hatten wir im Vorfeld gehört – unter anderem vom letztjährigen Sieger. Also Freitag nach der Arbeit alle sammeln und ab ins Auto Richtung Osten. Im sonst sicher eher ruhigen Bödefeld war schon einiges los. Ein großer Parkplatz war für die vielen Gäste auf einer Wiese vorbereitet und im Ortskern nahe der Sporthalle war Start und Ziel samt Bühne und Getränkewagen. Die 101 km Wanderer waren sogar schon auf der Strecke. Wir hatten das Glück noch schnell nach den offiziellen Öffnungszeiten an unsere Startnummern zu kommen und wurden direkt vom netten Support Team in alle wichtigen Fakten eingeweiht. Auf dem Weg zum Auto um unsere Sachen zu holen schnell noch eine Pizza für später bestellt, Quartier für die Nacht in der Sporthalle bezogen, Pizza gegessen und dann ab ins „Bett“. Wann hat man schon die Chance im Mittelkreis zu schlafen?

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Nach einer eher kürzeren Nacht regten sich die ersten Läufer gegen 4 Uhr – Sachen packen und frühstücken war angesagt. Ab 0430 gab es in der Halle nebenan ein tolles Frühstück. Unseren Lieblings-Frank hatten wir schon am Abend samt Familie getroffen und am Start konnten wir auch noch den Stefan begrüßen sowie weitere bekannte Gesichter. Der Start für die 111 km Läufer, die 75 km Läufer und die 55 km Wanderer erfolgte um 6 Uhr morgens bei noch sehr angenehmen Temperaturen.

Die blieben während der ersten 2-3 Stunden auch wirklich angenehm und wir durften die schöne sauerländer Hügellandschaft bewundern und vor allem besteigen. Am Anfang waren wir vier Aachener und der eine Frank zu fünft unterwegs, aber nach einigen Kilometern wurden aus den glorreichen 5 das altbewährte STUNT-Trio. Die beiden Enteilten haben wir schließlich am Wendepunkt nach ca. 68 km wieder eingesammelt und von da an sind wir mehr oder weniger zusammen das Ding zu Ende „gelaufen“.

Die Strecke war wie versprochen und trotz nur recht weniger Trails wirklich wunderbar. Auch der Teil der als Wendepunktstrecke zu absolvieren war. Die Blicke in die Ferne entschädigten stets wenn es mal etwas öde zu werden drohte. Die Höhenmeter sind auf dem Papier mit 2300 für 111 km eher human – es sind aber einige sehr giftige Anstiege dabei. Und das etwas übereifrig bestellte gute Wetter tat mit seinen Temperaturen sein Übriges. Es war doch ein hartes Stück Arbeit. Im Nachhinein war es zumindest für Teile von uns eine gute Entscheidung, sich immer ungefähr auf Höhe des Zeitlimits und damit langsam aber stetig und vor allem stets gut gewässert und gesalzen durch die Landschaft zu bewegen. Geholfen bei der Versorgung haben die wunderbaren VPs. Ach was hatten wir Spaß. Ihr vom Hollenlauf habt insgesamt ein exzellentes Team an Supportern aufgeboten.

Letztlich war es auch eine Erleichterung als das Ziel zum Greifen nah und noch mehr, als es dann erreicht war. Etwas über 15 Stunden dort draussen im Sauerland – es hat uns allen sehr großen Spaß gemacht. Wenn es passen sollte kommen wir sicher gern wieder. Ein wenig schlägt unser Herz jetzt auch für das Sauerland!

Die gesammelten Fotos vom Pfadsucher gibt es hier.

Rund um Aachen 2017

Teil 1 des doppelten Laufwochenendes im Mai war das alljährliche und traditionelle Vergnügen bei Rund um Aachen am 25.05.2017 (Christi Himmelfahrt/Vatertag) an den Start gehen zu können. Der von Karin vom DLC Aachen und Familie liebevoll organisierte und betreute 63 km Gruppenlauf mit zahlreichen Verfplegungspunkten, die zugleich als Ein- und Ausstiegspunkte genutzt werden können, war wieder ein voller Genuss. War es morgens noch fast etwas frisch und bewölkt, sollte es ein sehr sehr warmer und sehr sonniger Tag werden. Wie immer perfekt versorgt starteten ca. 40 bis 50 Läufer am Waldstadion von denen die erstaunlich hohe Zahl von ca. 15 Läufern die ganze Strecke absolvierte.

Für die Organisation (inkl. des abendlichen Zusammensitzens in der Waldschenke) und den Support kann man Karin, ihrer Familie und den anderen Helfern nicht genug danken. Es war ein Genuss (wieder) dabei sein zu können – einfach ein guter Tag mit vielen guten Gesprächen! Und sogar die Familie des Pfadsuchers rückte für die letzte Etappe von knapp 4 km mit Laufschuhen bzw. Laufrad an – starke Leistung vor allem vom Kleinen!

Die gesammelten (wenigen) Fotos vom Pfadsucher findet ihr hier!

Alexander Koerfer hat die Eindrücke des Tages sogar per Video festgehalten!

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Nichts Menschliches ist mir fremd – Seilersee ´17

4 Stühle, 2 Tische, 5 Taschen und ein Zelt. Das war die Basis. Supportet von zwei Autos auf dem Parkplatz. Es war wieder Zeit für die 24h am Seilersee. Warum genau zurückkehren zu einem 24h Lauf ? Dafür gibt es einige gute Gründe und ein paar davon haben direkt mit der Organisation und dem Charakter der Veranstaltung in Iserlohn zu tun. Daher vorab: ein großes Lob an alle Organisatoren, Sponsoren und Helfer am Seilersee. Die Verpflegung, die Beleuchtung, die lieben Helfer, das Massagezelt… – ihr habt euch zurecht einen Kultstatus unter den Läufern erworben. Danke für den unermüdlichen Einsatz für uns Gäste.

Auf der Hinfahrt von Aachen nach Iserlohn noch schnell den letztes Wochenende beim Kölnpfad-Teilstück-Erkundungslauf kennen gelernten neuen Lauffreund in Köln aufgegabelt und in Iserlohn direkt wie vorher verabredet mit dem Dürener Chaos Ultra Team zusammengetroffen, gehörten zu den oben aufgezählten Gegenständen also genau 5 Läufer. Ein solch gemeinsamer Anlaufpunkt bei einem Rundenevent ist so etwas wie ein kleines Zuhause und obwohl wir in einer noch nie dagewesenen Konstellation zusammen „wohnten“ funktionierte die WG sehr gut. Überhaupt ist die „Zeltstadt Iserlohn“ ein sehr schöner und lebendiger Familientreffpunkt. Wenn nur nicht diese Lauferei auf dem Weg immer beim Quatschen und Grillen stören würde…

Der Pfadsucher kam mit dem eigentlich ungeliebten Format des Eintageslaufs gut zurecht. Besser als die Umstände und die Erfahrungen der Vergangenheit es hätten erahnen lassen. Es bleibt eine immense Herausforderung für den Körper und eine teils unlösbar erscheinende Aufgabe für den Kopf. Und doch ist es jetzt nach Iserlohn ok. Das Format ist verstanden und der Friede ist gemacht. Das hat weder mit guten Leistungen zu tun, noch bedeutet das etwas für die Zukunft – aber ein wenig des Schreckens ist verloren gegangen. Taktikten wurden erprobt die es einfacher machen, Gedanken gedacht die genug Ablenkung bringen.

Besonders in Erinnerung werden das Wiedersehen mit all den Freunden, das Kennenlernen von neuen Läufern, die unzähligen Unterhaltungen und die geteilte Einsamkeit auf der langen Runde in Iserlohn bleiben. Zu hören, wie die Siegerin sich ihr Rennen eingeteilt hat und welche Strategien sie dabei nutzt und trainiert, wie der Viertplatzierte den für ihn ungünstigen Rennverlauf verarbeitet hat und dabei am Ende wieder lachend an der Strecke stand und die Sonntagsmorgensspaziergänger, die partout nicht glauben wollten, dass es ernsthaft Läufer gibt die alleine 24h laufen – es waren schöne Stunden dort am See.

Wenn man uns fünf ergebnistechnisch zusammenfassen mag so nutzten wir mit den Plätzen 3, 5, 15, 60 und ca. 130 die Bandbreite an Möglichkeiten gut aus. Allerdings ist dies immer vor dem Hintergrund der unterschiedlichen persönlichen Zielsetzungen zu betrachten und auch tatsächlich nicht weiter wichtig. All die anderen genannten Gründe machen einen Aufenthalt in Iserlohn immer zu einem Erlebnis.

Was den Pfadsucher betrifft so lehrt das 24h Laufen vor allem Respekt und Demut – vor der eigenen Leistung und vor der Leistung der Freunde. Und es gab wirklich großen Sport zu sehen und wirklich spannende Entscheidungen zu erleben. Auf dieser Strecke die wohl nur von einem Profi (der Siegerin) als „abwechslungsreich“ beschrieben werden darf (wer über 120 Mal die Runde gedreht hat muss einfach Recht haben).

Die angekündigte, erlaufene Spende des Pfadsuchers wird auf eine gerade Summe aufgerundet und geht heute raus an Peter.