About Running

Mit der Zeit verändert sich der Blick auf das Laufen.

Langsam verblassen in der Erinnerung die bangen Stunden vor den ersten langen Distanzen; die Sorgen um das „ist es überhaupt möglich“, um das „an was muss ich alles denken“. Das bedeutet keinesfalls, dass eine saubere Planung für manche Touren nicht auch heute noch essentiell ist und mit viel Sorgfalt begangen wird. Aber es ist weniger hektisch. Die Handgriffe sind routiniert. Der Schrecken der durch äußere Unwägbarkeiten oder individuelle Fehler schnell präsent sein kann, hat etwas an Kraft verloren.

Es ist beim Laufen ein Tempo (wenn auch ein eher gemütliches) und eine Einstellung gefunden, die ein Gegengewicht zu dem körperlichen und seelischen Stress bildet, der mit einem sehr langen Lauf zwangsläufig einhergeht. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. In diesem Wohlfühlbereich lassen sich auch lange Distanzen laufen, ohne weit über die gefühlten körperlichen Grenzen gehen zu müssen. Die Regenerationszeit verkürzt sich auf ein Minimum verglichen mit dem, was früher zu erdulden war. Der Tag nach einem 100 km-Lauf ist vom Gefühl her meist schon wieder laufbar. Auch wenn der Drang danach nicht zu groß ist – die seelische Erschöpfung ist nach wie vor vorhanden.

Laufen auf den langen Strecken bleibt ein Bewegen zwischen den Welten. Obwohl manche Distanzen zu Beginn unfassbar weit und unerreichbar scheinen – so ist doch auch irgendwo im Hinterkopf die Gewissheit, dass es gehen könnte. Obwohl die Nächte noch immer endlos sind, wächst ein Vertrauen, dass doch sehr oft die Sonne tatsächlich wieder aufgehen könnte. Es klappt nicht jedes Mal, aber es hat dann doch auch schon einige Male geklappt.

Das Erreichen des Ziels bei lange Laufen ist und bleibt ein Drahtseilakt. Man ist doch immer ein Stück gefangen zwischen guten und schlechten Tagen, guten und schlechten Strategien und Entscheidungen – sowohl in der Vorbereitung als auch im Rennen selbst. Wenn man sich aber für einen Moment auf den Boden legt (wörtlich nehmen sollte man dies nur bei Läufen im Sommer – besonders hervorragend funktioniert dies mit guten Freunden auf dem Külf beim STUNT100) und sich dieses Seil etwas genauer anschaut so sieht man, dass es tatsächlich nicht mehr so dünn erscheint wie es zweifelsohne am Anfang der ganzen Lauferei mal erschien. Es ist zusammengesetzt aus vielen kleinen Fasern, die helfen können Vertrauen in die eigene Kraft und das eigene Leistungsvermögen aufzubauen. Es scheint fast mit jedem absolvierten Balanceakt ein wenig stabiler zu werden. Jede positiv getroffene Entscheidung stärkt, jede negative Situation hilft in mindestens gleichen Maße für die Zukunft. Viel mehr als bei kürzeren Distanzen hilft die so gesammelte Erfahrung und macht zu einem nicht zu unterschätzenden Teil in den entscheidenden Momenten den Unterschied zwischen Scheitern und Ankommen aus.

Viele Ultraläufer berichten vom endlosen Glück, welches hinter dem Schmerz liegt. Von purer Freiheit und dem reinen Flow nach der absoluten Erschöpfung. Davon, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach wieder möglich ist, es laufen zu lassen. Diesen Punkt hat der Pfadsucher noch nicht wirklich gesehen. Vielleicht kommt der Moment eines Tages. Und falls nicht, so tröstet die Gewissheit, dass selbst die längste und schwerste Nacht irgendwann einmal weichen muss und dass der Morgen danach umso schöner sein wird.

Version 2

„The day you stop racing, is the day you win the race“ Bob Marley

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mAMa 2018 – Der VP-Sucher plaudert aus dem Nähkästchen

Eigentlich könnte alles so einfach sein: Wie normale Menschen könnten wir unsere guten Freundinnen und Freunde einladen, sie bekochen und einfach eine gute Zeit haben. Vielleicht könnten wir ihnen bei einem kleinen Verdauungsspaziergang auch einen unserer Lieblingspfade an der Inde zeigen. Idealerweise machten wir so etwas im späten Frühling oder im frühen Sommer, wenn sich der Pfad in seiner vollen Pracht zeigt und wir die traumhafte Atmosphäre dort so, wie wir sie beim ersten Mal erlebt haben, bei einem kleinen Picknick genießen können. Soweit der Plan.

So aber, funktioniert das bei uns nicht. Jedes Mal, wenn wir uns gemeinsam hinsetzen, um die Einladung zu schreiben, können wir uns nicht beherrschen und müssen, auf die Menschenkenntnis unserer Freunde vertrauend, einen deftig sarkastischen Ton in der Mail einschlagen. Schließlich sind wir als Scherzkekse bekannt: Einen traumhaft schönen Pfad? Den gibt es bei uns natürlich nicht, stattdessen viel Matsch und Schlamm und Flüsse. Güllefelder? Klar, da müsst ihr auch durch! Essen? So ein Quatsch, das gibt es bei uns nicht. Kümmert euch doch um euch selbst! Jahreszeit? Natürlich nichts Gemütliches, sondern Anfang Februar, wenn fast sichergestellt ist, dass wir fieses, kaltes Wetter haben, die Vegetation noch nicht vorangeschritten ist und auch landschaftlich möglichst wenig zu holen ist. Euch geht es schlecht? Dann habt ihr hier die Notrufnummer, aber lasst uns damit in Ruhe! Achso, wir wollen natürlich nur mit den lautesten 20 von euch zusammensein, darum kloppt euch um die Plätze und zeigt uns damit eure Liebe! Vielen Dank, meldet euch schnell zurück! – So der Tenor unserer Ankündigung.

Eigentlich, so dachten wir, ist damit alles klar. Die Menschen wissen, dass wir mit ihnen einfach eine tolle Zeit genießen wollen, dass wir ihnen etwas Schönes zeigen wollen. Was sollte das, wenn der VP- und der Pfadsucher rufen – anderes sein, als ein köstliches Festmahl und ein traumhaft schöner Pfad, der sich in all seiner Pracht zeigt. Das richtige Datum nennen wir ihnen dann, wenn sie sich bei uns melden.

Zumindest war das der Plan. Das ist nun zum vierten Mal in Folge katastrophal schiefgegangen: Im Sommer waren wir bislang immer allein; dafür nehmen die Leute die „Einladung“ tatsächlich ernst, kommen Anfang Februar zu uns und wollen sich von uns durch den Dreck ziehen lassen. Wir – vom sozialen Druck nicht unberührt – sind dann natürlich gezwungen, uns irgendwas aus den Fingern zu saugen. Ein Streich – also -, der immer wieder kräftig nach hinten losgeht. Aber (Wie sagte ein guter Freund nochs so schön?) :Konsequenz heißt, auch den Holzweg zu Ende zu gehen.

Das Essen, zumindest, und damit kommen wir zum erfreulichen Teil, haben wir natürlich trotzdem da. Wir sind ja keine Unmenschen. Es ist auch nicht ganz uneigennützig, erlaubt es uns doch, ein wenig unserem gemütlichen Indoor-Hobby, dem Kochen, nachzugehen und auch neue Rezepte auszuprobieren. Dann haben wir wenigstens etwas Spaß an der Sache – beim Kochen und beim Essen.

Eines der neuen Rezepte war dieses Mal ganz besonders simpel: 5 Zutaten, eine Hand voll Minuten Zubereitungszeit und eine Viertelstunde zum Runterkühlen auf dem Balkon, im Kühlschrank oder im Rucksack. Nebenbei habe ich gelernt, wie ich mir selbst einen leckeren Schokoaufstrich mache, der Kakao und Erdnuss vereint. Das Rezept ist also etwas für all die, denen bei der Beschreibung des selbstgemachten Brotes letztes Mal das Wasser im Munde zusammenlief – nicht wegen des Brotes, sondern wegen der Aufstrichkombination von der ich schrieb. Über das Desaster bei der mAMa haben wir ja schon an anderer Stelle berichtet. Hoffen wir einfach, dass beim nächsten Mal niemand kommt und wir einfach direkt essen können.  Damit ihr aber wisst, was manche Menschen sich antun, um an solche selbstgemachten Köstlichkeiten zu kommen, seht ihr hier ein paar Bilder, die ihr in ihrer vollen Pracht bei Flickr anschauen könnt:

 

Über Bäche

…über Böschungen und Wälle…

…durch die Inde…

Durch gefährliches Gelände

Sogar auf den Öcher Läufer*innen-Strich…

… diese Menschen tun wirklich alles für eine Hand voll…

Erdnuss-Schoko-Kügelchen

Ganz einfach:

Zutaten:

  • 300g Erdnussmus (mit Stückchen ist besser als ohne)
  • 4 großzügig gehäufte Esslöffel (Back-)Kakao
  • 100 g Dicksaft (z.B. Agaven- oder Apfeldicksaft)
  • 1 Messerspitze Vanille (nur wenn ihr es fein haben wollt)
  • 75 g (?) gepuffte Hirse oder gepufften Amaranth

Zutun:

  1. Erdnussmus, Kakao, Dicksaft und ggf. Vanille miteinander vermengen.
  2. Euch davon abhalten, das nun alles direkt aufs Brot zu schmieren, euch aber merken, dass ihr das nun machen könntet und damit ganz einfachen dunklen Schokoaufstrich gemacht hättet. Tapfer weiterlesen, weil ihr euren Freund*innen etwas Gutes tun wollt.
  3. Gut 50g der gepufften Hirse oder des gepufften Amaranths mit untermischen.
  4. Aus der Masse kleine Kügelchen formen (gute Häppchengröße: Etwas zwischen Daumen- und Faust-Breite als Durchmesser, ihr könnt euch selbst am besten einschätzen; bei Faust-Breite solltet ihr aber vielleicht die doppelte Menge an Zutaten nehmen.) und diese dann im restlichen gepufften Getreide rollen
  5. Die Kügelchen etwas abkühlen lassen (15 Minuten reichen)
  6. Mit lieben Menschen teilen. 🙂

Tipps:

  • Da hier nichts gebacken wird und auch sonst keine chemischen Hexenwerke ablaufen, könnt ihr mit den Zutaten sehr flexibel sein: Ich habe das Ganze ohne Waage gemacht.
  • Die Kügelchen eignen sich auch gut für unterwegs.
  • Meistens ist mehr Kakao mehr besser. 😉 Ihr solltet damit also großzügig sein. 😉 (Dazu hat der VP-Sucher auch noch eine nette Geschichte auf Lager, aber die wird ein anderes Mal erzählt.)
  • Wenn ihr darauf steht, alles selbst zu machen: Erdnussmus könnt ihr ganz leicht selbst herstellen (ab in den Mörser mit den Erdnüssen und fertig), ebenso wie den Dicksaft. Das Getreide könnt ihr auch leicht selbst aufpuffen lassen. 😉

(Bilder hiervon gibt’s beim nächsten Mal.)

 

mAMa legt euch die Klamotten raus!

mAMA 2018

Wir verweisen auf: http://vilvo.de/diesunddas/?03 und im Speziellen auf Folgendes:

Aus der Kategorie „bei der Geburt getrennt“ ergänzen wir:

ATG Winterlauf Aachen 2017 Inde Trail Pfadsucher

Obwohl diese Stelle intern noch heiß diskutiert wird – wir freuen uns auf Samstag! Was meint ihr denn? Ja oder eher naja?

In jedem Fall – die Wahl der Schuhe ist nur bis zu einem gewissen Grad wichtig. Und am Wochenede wird es kalt. Also denkt an euer kurzen Hosen – die bleiben vielleicht trocken!

mama

Essen – mal wieder was selbst gemacht

Die längste Zeit beim Ultra-Lauf verbringt [der VPSucher], vor dem Lauf in der Küche und nach dem Lauf mit den Resten am Essenstisch… und zwischendurch beim Essen.

Der Pfadsucher und ich sind sicherlich nicht berühmt für unsere Schnelligkeit. Auch sonst sind wir viel am Jammern und der Oecher bezweifelt nach wie vor, dass unsere Witze als solche einzuordnen sind. Also nicht die beste Voraussetzung für das Ultra-Laufen. Eine Sache, mit der wir uns aber ganz gut auskennen ist: Essen. Das können wir und das rettet uns oft genug den Hintern. Das Schöne daran ist: Das meiste von dem, was wir so aus unseren Rucksäcken hervorzaubern, ist selbstgemacht.

Eine Sache, die für mich – wenn wir mal wieder in den frühen Morgenstunden unterwegs sind – unverzichtbar ist, sind ein einfach paar Scheiben Brot. Spätestens wenn nach ein paar Stunden die Sonne aufgeht, naht der zweite (oder fünfzehnte) Hunger. Dann kommen die Häppchen mit Erdnussmus zusammen mit wahlweise Marmelade oder dunkler Schokolade gerade recht und geben mir wieder Kraft für ein paar weitere Kilometer.

Im letzten Jahr bin ich hier über ein einfaches Brotrezept gestolpert, das sich super leicht machen lässt und trotzdem so lecker schmeckt, dass weder ich noch meine Freundin es bislang leid geworden sind. Vielleicht auch, weil es so leicht zu variieren ist.

Schwierigkeitsgrad: Ungefähr so schwierig, wie es ist, Wasser zum Kochen zu bringen.

Zeitaufwand: 5 Minuten Vorbereitung, 1 Stunde Garzeit im Ofen, 5 Minuten Spülen.

Zutaten:

  • 250g Vollkornmehl (Wer es heller mag, nimmt hier auch helles Mehl)
  • 250g Mehl (Wer es dunkler und kompakter mag, nimmt hier auch Vollkornmehl)
  • 20g Salz (Habt ihr euch für Roggenmehl entschieden, tun’s auch 15 g)
  • 50g Leinsamen (Wer unbedingt teures Superfood vom anderen Ende der Welt braucht, nimmt Chia-Samen)
  • 50g Sonnenblumenkerne
  • 50g Sesam
  • 2 EL Apfelessig
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 450 ml warmes Wasser

Zubereitung:

  1. Den Würfel Hefe zerbröseln und in das warme Wasser rühren.
  2. Eine mittlere Kastenform (Standardgröße) einfetten.
  3. Die trockenen Zutaten in einer großen Schlüssel vermengen, dort eine Kuhle formen.
  4. Den Apfelessig und das Hefewasser in die Kuhle schütten.
  5. Alles vermengen und in die Kastenform füllen.
  6. Die Kastenform in den nicht vorgeheizten Ofen stellen, den Ofen schließen und auf 200 Grad Ober- und Unterhitze regeln. (Schwierigster Schritt, ihr wollt hier nicht den Propeller für Umluft, sondern die beiden parallelen Striche.)
  7. Nach 60 Minuten das Brot erst aus dem Ofen, dann aus der Kastenform holen. (Der Ofen kann dann auch ausgestellt werden.)
  8. Das Brot z.B. auf einem Gitterrost abkühlen lassen.

Variationen:

Das Mehl und die Körner bieten die einfachste Möglichkeit, sich auszuprobieren: Einfach mal anderes Mehl nehmen, einen Teil (100 g) davon durch Haferflocken ersetzen oder die Sonnenblumenkerne oder den Sesam durch etwas anderes ersetzen. Wenn ihr die Leinsamen ersetzen wollt, ist das ein wenig schwieriger, weil die durch ihre Saugfähigkeit zu der passenden Konsistenz beitragen. Chia-Samen sind ein relativ teurer Ersatz, der noch dazu von weit her angekarrt wird. Aber das hört sich dann natürlich etwas feiner und mehr nach Super-Food an als ‚Leinsamen‘. 😉

Brot

Der 13. Rheinsteig-Erlebnislauf: in 8 Tagen 320km von Bonn nach Wiesbaden

Hervorgehoben

Ganz egal, was du dir für das neue Jahr vorgenommen hast: Mehr Ruhe, das erste Mal die Marathonmarke hinter dir lassen, erste Ultra-Trail-Erfahrung sammeln, dich für einen längeren Wettkampf vorbereiten, mehr lecker Essen, eine Woche mit  Gleichgesinnten verbringen, mal einen der schönsten deutschen Wanderwege zu Fuß erkunden, einfach etwas Gutes tun und dem Laufen oder Wandern einen Sinn geben… Der VP-Sucher hat da etwas Feines für dich: den Rheinsteig-Erlebnislauf 2018 in der Woche vor Ostern!

Du hast die Wahl:

  • Alle 8 Tage oder einzelne Etappen
  • In der Gruppe laufen oder wandern

vom 23.03. bis zum 30.3.2018 laufen wir mit euch über den Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden. Quatsch mich nicht voll, ich will mich anmelden!

Der Lauf

Die Idee für diesen Lauf stammt nicht von uns. R(ud)olf und Brigitte Mahlburg haben sich das Ganze ausgedacht. Beide laufen Marathon & mehr und dazu braucht es gesunde Muskeln. Auch wenn wir das bei unseren Läufen oder auch im Alltag oft als selbstverständlich hinnehmen und uns wenig Gedanken darüber machen: Die gesunden Muskeln hat nicht jede*r. Als Rolf und Brigitte von der „aktion benny & co“ hörten, die sich für an der unheilbaren Duchenne-Muskeldystrophie erkrankte Kinder einsetzt, gerieten sie ins grübeln. Sie wollten der Aktion und den betroffenen jungen Menschen mit dem helfen, was sie gut können und damit auch andere motivieren, sich Gedanken zu machen und zu helfen. So entstanden verschiedene Spendenläufe unter dem Motto „Gesunde Muskeln für kranke Muskeln!“. Einer davon ist der Rheinsteig-Erlebnislauf. Von 2006 bis 2017 zeigten sie hunderten Läufer*innen und Wanderer*innen das Rheintal im Laufschritt. Ziel war von Anfang an nicht, möglichst schnell das Tagesziel zu erreichen, sondern Landschaft und Gemeinschaft und natürlich auch das köstliche Essen zu genießen. Unterwegs sammelten sie dabei einen sechsstelligen Betrag für benni & co und gegen die Duchenne-Muskeldystrophie. Mit der 13. Ausgabe haben sie das Staffelholz weitergegeben: Der Öcher, der hier häufiger seinen Senf dazu gibt und den Pfad- und den VP-Sucher zusammengeführt hat, zusammen mit seiner Frau und ich, der VP-Sucher, mit meiner Freundin organisieren inzwischen den Lauf und führen euch über den Rheinsteig. Dabei werden für jeden gelaufenen Kilometer 50 Cent gespendet, die wir für die aktion benni & co sammeln. Diese wiederum hilft an der Duchenne-Muskeldystrophie erkrankten Kindern.

Manchmal sagen Bilder ja mehr als Worte:

Ob einen Tag, ob die ganze Woche, ob wandernd oder laufend: Wir freuen uns darauf, euch auf dem Rheinsteig zu sehen! Je früher ihr euch meldet, desto besser können wir euch noch mit Betten versorgen. 😉

Fragen könnt ihr gerne in den Kommentaren, beim VP-Sucher oder auf der Facebook-Seite loswerden.

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

DMD ist eine unheilbare Erkrankung. Die Diagnose verändert das Leben der Familie nicht nur schlagartig, sondern auch dauerhaft. Der Umgang mit dem geliebten Kind, die Anpassung an die Gesellschaft, die weitere Entwicklung zum Beispiel hinsichtlich der Schulbildung und viele andere Sorgen prägen den Alltag. Im Alter ab acht Jahren sind die von der Muskelschwäche betroffenen Jungen an den Rollstuhl gefesselt.  Weiterführende Infos gibt’s bei der DGM.

aktion benni & co e.V.

setzt sich dafür ein, die Forschung zur Entwicklung von Therapien zu forcieren und die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. Die Aufklärung der Öffentlichkeit sowie die Umsetzung sozialer und psychologischer Projekte für DMD-Familien sind weitere Herausforderungen der Patientenorganisation. Dank Spenden oder Schenkungen kann aktion benni & co e. V. Zukunft für muskelkranke Kinder und Jugendliche möglich  machen.
Weitere Infos: www.benniundco.de

News: neue Veranstaltung

Wir wünschen euch einen guten Rutsch in das Jahr 2018 gehabt zu haben und noch viel mehr, dass ihr all eure Vorsätze im neuen Jahr fleissig umsetzen werdet!

Uns war rund um den Jahreswechsel langweilig und wir haben eine neue Ausschreibung für euch gebastelt! Alle Infos findet ihr unter Veranstaltungen_Flüsse_Ausschreibung-Rur-Lauf-2018!

Wenn ihr euch nach der Lektüre vor lauter Begeisterung nicht mehr auf den Beinen halten könnt und ihr unbedingt mit wollt: lasst es uns wissen!

Der zweite Streich: Eimol öm janz Kölle röm

Nun ist er vollbracht, der zweite Streich, und auch drei Tage später lässt sich die Frage, ob es nun eine gute Idee sei, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden einen Ultra zu laufen, noch nicht abschließend mit einem klaren „nein!“ beantworten.

Mir, jedenfalls, tat es sehr gut, in Köln bei dieser jecken Veranstaltung an den Start zu gehen. Der offensichtliche Grund hierfür sind neben dem vielen leckeren Essen, das auch für meinen exklusiven Geschmack sehr viele Möglichkeiten bot, die vielen lieben Menschen, die beim Kölnpfad wiedergetroffen oder kennengelernt habe: Allen voran natürlich unser jeckes Quartett bestehend aus dem Pfadsucher, mir und der Dürener Connection hinter dem Pussy-Run. Aber auch mit vielen anderen Menschen habe ich mich vor dem Lauf, während des Laufs auf der Strecke oder an den VPs oder in der Zeit nach dem Lauf und vor dem großen Essen, oder während des großen Essens hervorragend unterhalten können. Ein Erlebnis, das für mich immer eine große Bereicherung darstellt.

Einen weiteren Grund, der für Außenstehende vielleicht eher im Verborgenen bleibt, möchte ich hier auch an prominenter Stelle genannt wissen: Der Lauf ist einfach mit sehr viel Liebe und auch Achtsamkeit organisiert. So wird versucht, durch das Weglassen von Einwegplastikbechern und durch den Gebrauch von kompostierbaren Tellern und von kompostierbarem Besteck die Belastung für die Umwelt zu minimieren. Diese Haltung setzt sich auch bei der Wahl des Essens und bei der größe der Getränkebehältnisse fort. (Klar, wenn ich meinen eigenen Becher mitbringen muss, dauert das mindestens fünf Sekunden länger. Aber bei den wenigsten Läufer*innen kommt es bei einer Streckenlänge von hier mindestens 75 Kilometern auf die paar Sekunden an.) Weiter räumen die Veranstalter den Menschen, die hier für einen guten Zweck teilnehmen, einen besonderen Platz ein, um ihr Projekt vorzustellen – nicht nur in den Startunterlagentaschen sondern auch bei der Sieger*innenehrung. Hier wurde insbesondere das Projekt Papillon für Kinder krebskranker Eltern vorgestellt¹. Auch die Haltung des Orgateams gegenüber allen Beteiligten insbesondere auch gegenüber ihrem Helfer*innenteam wirkte auf mich nachhaltig positiv; eine Haltung aus der tiefe Dankbarkeit sprach. Schließlich bleibt es bei so einer großen Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmenden nicht aus, dass bei den Nahrungsmitteln Reste übrigbleiben. Diese haben Tom und Thorsten an die Tafel gespendet. Diese Grundhaltung, die das Orga-Team an diesem Wochenende gezeigt hat, empfinde ich als vorbildlich und bin froh, dass ich das so miterleben durfte.

Der nächste Grund, warum mir das Wochenende am und auf dem Kölnpfad sehr gut getan hat, ist – mal wieder – die Begeisterung und Einsatzbereitschaft des gesamten Teams an der Strecke. Es ist jedes Mal wieder der Wahnsinn diese Menschen zu erleben, die einen großen Batzen ihrer Freizeit opfern, um den verrückten Menschen auf der Strecke zu helfen, ihnen beizustehen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, die Verrückten in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Mit welcher guten Laune und welchem Wohlwollen sie das machen, erfüllt mich jedes Mal aufs Neue mit Verzücken.

Weiter klingt der Kölnpfad zunächst einmal nach einer relativ ungefährlichen Sache (sehen wir mal von den Kilometerzahlen ab, die für die meisten Menschen schon sehr verrückt klingen). Tatsächlich sprechen die Zahlen der Aussteigenden  aber eine andere Sprache: über fünfzig Prozent auf der 100-Meilen-Strecke. Die Rohdaten verleiten vielleicht ein wenig dazu, den Kölnpfad zu unterschätzen, und so gibt es doch sehr viele, die hier an ihre Grenzen stoßen, egal ob sie sich für die 100 Meilen, die jecken 10 x 11 Kilometer oder die Nachtschicht (75 Kilometer) entschieden haben. Einige erreichen diese früher als gedacht und kämpfen dann, um die Grenzen doch noch ein wenig hinauszuschieben, andere wachsen tatsächlich über sich hinaus. Lange hat es mich in der Nacht nicht im Zelt gehalten, zu groß war am Morgen der Drang, jene zu empfangen, die sich durch die letzte Nacht gekämpft hatten, ihnen zu ihrer Leistung zu gratulieren, die sicherlich mehr Täler gesehen hatten als ich an diesem Wochenende.

Zur Strecke des Kölnpfads können andere Menschen ganze Bücher schreiben. Wie ich inzwischen weiß, ist sie mit sehr viel Liebe zum Detail ausgesucht worden und zeigt neben vielen schönen Stellen in der Natur auch sehr viele Orte, die einen Teil der bewegten Geschichte dieser Stadt offenbaren. Während des Laufs blieb mir diese Einsicht jedoch leider verborgen. (Vielleicht muss ich diesen Lauf ja mal in Begleitung eines Kölner Menschen absolvieren.) Andere Menschen, die einen größeren Bezug zu Köln haben, können sicherlich auch in größerer Begeisterung davon vorschwärmen, wie grün der Lauf doch ist, obwohl die Strecke sich nie wirklich weit von der Zivilisation entfernt. Doch da, so bin ich ehrlich, stehe ich mehr auf die kleinen wirklich schmalen Pfade, die sich durch die Felder und Wälder schlängeln. Zugegeben, wir hatten auch viel Dunkelheit und auch der Tag war mit dem vielen Regen nicht besonders freundlich, auch wenn es sich unter dem kleinen Knirps, den ich eigens dafür mitgenommen hatte, sehr gut aushalten ließ. (Vom Quasi-Profi zum ersten Mal gehört, nun beim STUNT bei Stefan erneut gesehen und endlich übernommen. Ein kleiner Knirps ersetzt im Regen (ohne Sturm) eine teure Regenjacke locker.) Vielleicht lag es auch an der grandiosen Unterhaltung, dass ich vom Weg selbst nicht so viel wahrgenommen habe. Ein paar Sachen jedoch, bleiben mir als Bilder in Erinnerung und die sind eigentlich ganz schön.

Ein kleiner Hinweis noch für diejenigen unter euch, die den Kölnpfad mal laufen wollen: Es ist sehr hilfreich, für die Wegfindung ein GPS-Gerät dabeizuhaben, mit dem ihr umgehen und nach dem ihr laufen könnt. Es gibt doch ein paar Stellen, an denen die Chance, sich zu verlaufen, recht hoch ist, insbesondere wenn in der Nacht neben der schlechten Sicht auch noch die Müdigkeit hinzukommt.


¹ Das Projekt Papillon unterstützt die Kinder krebskranker Eltern. Diese tragen auch einen Teil der Last, die die Eltern durch die Krankheit schultern müssen. Allerdings haben sie, da sie ja nicht selbst krank sind, weniger Anlaufstellen und Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. Diese Problematik soll hier angegangen werden.