Überall Wildnis(trail)…

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Der Wildnistrail war mal wieder Schauplatz des alljährlichen PussyRuns. Die mittlerweile achte Ausgabe und dazu noch in einer besonderen Edition: back to back. Der Laufplan war: von der Mitte aus starten, die obere Hälfte (44 km) hin und zurück (88 km) laufen und danach die untere Hälfte (40 km) hin und zurück (80 km) laufen. Insgesamt standen also knapp 170 km auf dem Plan. Zu siebt gestartet gab es einige geplante und einige weitere ungeplante Ausstiege unterwegs. Drei haben es tatsächlich geschafft. Eine tiefe Verbeugung vor der Leistung. Ganz großen Dank geht an den tapferen Supportfahrer mit diesem tollen Wohnmobil und allen die drumrum geholfen haben, unterstützt haben und in Gedanken dabei waren.

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Es hat leider nicht gereicht für mich auf der ganzen Strecke. Dafür gibt es sicher eine ganze Reihe an (unterschiedlichen) Gründen. Das ist ein ungutes und ungewohntes Gefühl. Es wird noch etwas länger zu denken geben, aber der nächste Lauf auf diesem schönen Weg ist für 2018 schon in Planung – und dann wieder in einfacher(er) Ausgabe.

Die Bilder von mir gibt es hier, der Pfadsucher hat seine hier hochgeladen.

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Die zweite Halbzeit

Viel haben wir über die erste Jahreshälfte 2017 berichtet. Sehr viel haben wir erlebt dort draußen; so viele Läufe mit so vielen Menschen haben wir erleben dürfen. Genug erlebt und genug gelaufen, dass es für ein ganzes Jahr reichen würde. Und tatsächlich schließt sich bald der Kreis. Anfang 2014 hat das gemeinsame Laufen von Pfad- und VP-Sucher seinen Anfang genommen und im Oktober 2017 wird es nun eine gravierende Veränderung geben.

Das echte Leben holt uns beide ein. Schon im ersten Halbjahr haben wir beide auf sehr vielen Hochzeiten parallel getanzt und dafür, so sind wir uns einig, eine ganz gute Performance auf den diversen Laufstrecken abgeliefert. Ab Oktober sind wir für vorerst unbestimmte Zeit so weit räumlich auseinander, dass das gemeinsame, spontane, bekloppte und übermütige Toben im Aachener Wald ein Ende hat. Das wird uns sicherlich fehlen, da uns das eine starke gemeinsame Basis für die vielen gemeinsamen Abenteuer und Herausforderungen gegeben hat. Dort haben wir die Kraft hergeholt und den Aberwitz geschult.

Das wird jedoch nicht das Ende sein, da sind wir uns sicher. Unzählige Laufideen haben wir in unseren Köpfen, neue und unbekannte Weiten werden vor unseren Füßen liegen – nur halt mit einer weiteren Anreise zu einem gemeinsamen Treffpunkt verbunden. Wir sind uns sicher, dass wir unseren Lauf, den mAMa in jedem Fall erhalten wollen. Und wir haben für die nächsten 12 – 15 Monate schon einige Läufe gemeldet und in Planung. Auch etwas größere Sachen. Die TorTour 2018 ist ja schon bestätigt, einige weitere Sachen werden vermutlich noch folgen. Bevor es da Neuigkeiten gibt, haben wir beschlossen, die privaten/beruflichen Baustellen erst zu sortieren und dann in Ruhe und als „Belohnung“ die Planung für die Zukunft anzugehen. Da es auch diesen Blog natürlich weiter geben wird, werdet ihr (sofern ihr uns weiter verfolgen mögt) zum geeigneten Zeitpunkt davon erfahren.

Bleibt nur noch ein kurzer Ausblick auf die zweite Hälfte von 2017. Der Pfadsucher muss den VP-Sucher leider schon zum alljährlichen und traditionellen Monschau-Ultra alleine lassen. Nachdem wir letztes Jahr dort die 122 km gelaufen sind, war dieses Jahr der geheime Plan, die 160er Distanz anzugehen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Der VP-Sucher hat schon etwas Angst ob dieser Solo-Herausforderung weil er nicht mehr weiß, wie er sich alleine Bremsen kann und soll. Und vorne laufen ist ja öde. Langsame Laufpartner mögen sich also bitte, bitte bei ihm melden! Zu gleicher Zeit hat der Pfadsucher vor ein fremdes Trailrevier zu entern – Berichte ob das geglückt hat werden folgen. Der VP-Sucher wird sich darüber hinaus alleine dem Pfälzer Weinsteig im Oktober widmen. Das werden bestimmt 100 schöne Meilen und ich freue mich schon auf den Bericht und die Bilder.

Zwei Dinge, die wir 2017 auf jeden Fall gemeinsam angehen wollen haben wir dann aber doch schon/noch auf dem Plan und gemeldet:

Im September machen wir ein Wochenende mit Freunden in der Eifel. Kein Wettkampf – einfach ein wenig Urlaub. Geschrieben wurde vom Veranstalter in entsprechendem Forum darüber:

„Locker bleiben, Leute. Wir laufen entspannt los und wenn’s eklig wird, ist es bestimmt nicht mehr weit.
Und wenn es richtig fies wird, sind es höchstens noch 50 k’s. Und die kriegt man doch noch auf einem Bein hin…“

Anfang November geht es dann in den Untergrund. Bzw. in unser geliebtes Nachbarland. Es könnte der härteste Brocken werden, den wir bisher insgesamt zu bezwingen versuchen. Etwas mehr als 100 Meilen, ekelige „Wege“, GPS-Navigation, die große Ein(Zwei)samkeit, nur 10 zugelassene Teilnehmer… Perfekte Zutaten also. Man kann über Funny van Dannen ja sagen was man will und halten was man mag. Aber als dem Pfadsucher im Auto auf einer alten CD ein paar MP3s über den Weg gelaufen sind, passte es einfach. Völlig aus dem Zusammenhang der jeweiligen Lieder gerissen sind dort ein paar Zeilen zu finden, die irgendwie zum November-Abenteuer passen könnten:

„[…] Ich fühle mich wie ein Putenschnitzel in einem Streichelzoo […]“

„[…] das Dasein ist ok aber das Wegsein ist okayer […]“

„Wenn man so rumsitzt und sich so umschaut
Sieht man die Welt rings umher
Und wenn sie schön ist benimmt man sich so
Als ob man ein Teil von ihr wär
Wenn man so rumsteht und sich so umschaut
Fällt vielleicht wieder mal Schnee
Und es wird Abend, wo ist die Liebe
Ist sie da wohin ich jetzt geh […]“

„[…] Und ich wär‘ hier so gerne zu Hause
Denn die Erde ist mein Lieblingsplanet
Doch ich werde hier nie so zu Hause sein
wie die Freunde der Realität […]

[…] Und ich würde das gerne schön finden
Und ich wäre so gern ein Ästhet
Doch ich sehe das alle ganz anders
Als die Freunde der Realität“

@: „Freunde der Realität“, „In meinem Auto“ und „Räumliche Distanz“; Funny v. Dannen

Lest uns gern weiter, wenn ihr mögt. Wir melden uns!

Mit dem ersten Zug nach Langerwehe

Der Mensch mit dem Rucksack und dem Shirt einer Metalband? Vermutlich ’noch‘.

Die Menschen auf der Bank, die gerade von der Polizei kontrolliert werden? ‚Noch‘ – das ist einfach.

Die Familie mit den Koffern? ‚Schon‘ – das ist auch einfach.

Der rauchende Mensch vor dem Bahnhof? Sieht nach Arbeitskleidung aus, also vermutlich ’schon‘ – oder es ist der Heimweg nach der Nachtschicht.

Der komische Typ, der mit dem Laufrucksack um die Ecke gehetzt kommt? Der kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. Mit ihm bin ich hier verabredet und wenn nichts schiefgegangen ist, ist die Antwort ganz klar ’schon‘. Es ist Samstagmorgen, 03:25 Uhr – eine laue Sommernacht hier am Aachener Hauptbahnhof. Keine Ahnung, wie das schon wieder passieren konnte…

Wie konnte das nur wieder geschehen … ?

Rückblende.

Freitag, 14:42 Uhr:

Läufst du morgen?

Freitag, 15:07 Uhr:

Nicht-notwendig mit dem LTB. Du kannst also einfach was vorschlagen. 😉

Freitag, 15:38 Uhr:

Ok 0325 am Hbf (50 km) oder 0600 am Treffpunkt (1,5 h + LTB)

Freitag, 16:32 Uhr:

0325 klingt eigentlich zu merkwürdig von der Zeit her, um das
verstreichen zu lassen.

Achso. So waren wir also hierhin gekommen. Alles unter Kontrolle. Also auf in den Zug und ab in den kleinen Erlebnisurlaub. Wir hatten ja keine Vorstellung davon, wie viel wir auf unserer kleinen Reise wirklich erleben würden. Aber – so viel können wir nun mit voller Überzeugung sagen – es hat sich in vollem Umfang gelohnt, mal wieder den Zug zu nehmen.

Von Langerwehe aus ging es direkt zur Karls- und dann zur Laufenburg. Schon bevor wir dann zur Wehebachtalsperre gelangt sind, haben wir drei Mal (fast) Kontakt mit Wildschweinen gehabt (mit absteigender Spektakularität – erst haben wir sie noch gesehen, dann noch gerochen, dann nur die sehr frischen Spuren gesehen) und sind über ein Paar leuchtender Augen im Wald gestolpert.

Die Karlsburg – erbaut im Jahre 1850

Die Laufenburg bei Langerwehe – mittags zwischen 12:00 und 14:00 Uhr gibt es hier keinen heißen Kakao.

Augen in der Nacht. Bestimmungshilfe erwünscht. Ein Schmetterling, vielleicht aus der Familie der Noctuidae.

Von der Wehebachtalsperre aus konnten wir dann gleich ein kleines Gewässer abhaken. Mit ca. 180 Höhenmetern auf ein paar Kilometern war der Rote Wehebach ein netter – fast unbeabsichtigter Beifang auf dem Biberweg. Von hier aus konnten wir dann – tatsächlich zufällig – auf des Vilvos Spuren entlang des Hustle-Bach-Grabens acht Kilometer lang einem traumhaft schönen Trail folgen – zum Teil sogar als Rur-Kall-Wanderweg ausgeschildert. Wer die Gegend um die Dreilägerbachtalsperre kennt, der weiß: Dort führt kein vernünftiger Weg vorbei an Struffelt oder Eifelsteig.

 

Roter Wehebach, kurz vor der Quelle

Worte haben wir keine guten, um diesen Ausflug zu beschreiben. Bilder können das mitunter besser. Aber auch sie vermögen es nicht, das Gefühl zu beschreiben, mit einem guten Freund die vermeintlich unbequeme Option gewählt zu haben und durch und durch mit einem nachhallenden gemeinsamen Erlebnis belohnt worden zu sein. Es war schön, mal wieder so unterwegs zu sein. Darum ist meine und unsere Empfehlung an euch: Wenn ihr die Wahl habt, nehmt den Trail. Wenn ihr die Wahl habt, nehmt euch jemanden mit. Genießt.

Ziegenbart oder Korallenpilz? Genießbar oder giftig?

Wir sind nicht allein!

 

Hier waren schon vor uns Menschen.

Lass alle Hoffnung, Farn.

Hasselbachgraben, Rur-Kall-Panoramaweg

Asphaltprobe.

Power-Up!

Alle Bilder gibt es – unverzerrt – auch wieder bei Flickr.

 

Der zweite Streich: Eimol öm janz Kölle röm

Nun ist er vollbracht, der zweite Streich, und auch drei Tage später lässt sich die Frage, ob es nun eine gute Idee sei, an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden einen Ultra zu laufen, noch nicht abschließend mit einem klaren „nein!“ beantworten.

Mir, jedenfalls, tat es sehr gut, in Köln bei dieser jecken Veranstaltung an den Start zu gehen. Der offensichtliche Grund hierfür sind neben dem vielen leckeren Essen, das auch für meinen exklusiven Geschmack sehr viele Möglichkeiten bot, die vielen lieben Menschen, die beim Kölnpfad wiedergetroffen oder kennengelernt habe: Allen voran natürlich unser jeckes Quartett bestehend aus dem Pfadsucher, mir und der Dürener Connection hinter dem Pussy-Run. Aber auch mit vielen anderen Menschen habe ich mich vor dem Lauf, während des Laufs auf der Strecke oder an den VPs oder in der Zeit nach dem Lauf und vor dem großen Essen, oder während des großen Essens hervorragend unterhalten können. Ein Erlebnis, das für mich immer eine große Bereicherung darstellt.

Einen weiteren Grund, der für Außenstehende vielleicht eher im Verborgenen bleibt, möchte ich hier auch an prominenter Stelle genannt wissen: Der Lauf ist einfach mit sehr viel Liebe und auch Achtsamkeit organisiert. So wird versucht, durch das Weglassen von Einwegplastikbechern und durch den Gebrauch von kompostierbaren Tellern und von kompostierbarem Besteck die Belastung für die Umwelt zu minimieren. Diese Haltung setzt sich auch bei der Wahl des Essens und bei der größe der Getränkebehältnisse fort. (Klar, wenn ich meinen eigenen Becher mitbringen muss, dauert das mindestens fünf Sekunden länger. Aber bei den wenigsten Läufer*innen kommt es bei einer Streckenlänge von hier mindestens 75 Kilometern auf die paar Sekunden an.) Weiter räumen die Veranstalter den Menschen, die hier für einen guten Zweck teilnehmen, einen besonderen Platz ein, um ihr Projekt vorzustellen – nicht nur in den Startunterlagentaschen sondern auch bei der Sieger*innenehrung. Hier wurde insbesondere das Projekt Papillon für Kinder krebskranker Eltern vorgestellt¹. Auch die Haltung des Orgateams gegenüber allen Beteiligten insbesondere auch gegenüber ihrem Helfer*innenteam wirkte auf mich nachhaltig positiv; eine Haltung aus der tiefe Dankbarkeit sprach. Schließlich bleibt es bei so einer großen Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmenden nicht aus, dass bei den Nahrungsmitteln Reste übrigbleiben. Diese haben Tom und Thorsten an die Tafel gespendet. Diese Grundhaltung, die das Orga-Team an diesem Wochenende gezeigt hat, empfinde ich als vorbildlich und bin froh, dass ich das so miterleben durfte.

Der nächste Grund, warum mir das Wochenende am und auf dem Kölnpfad sehr gut getan hat, ist – mal wieder – die Begeisterung und Einsatzbereitschaft des gesamten Teams an der Strecke. Es ist jedes Mal wieder der Wahnsinn diese Menschen zu erleben, die einen großen Batzen ihrer Freizeit opfern, um den verrückten Menschen auf der Strecke zu helfen, ihnen beizustehen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, die Verrückten in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Mit welcher guten Laune und welchem Wohlwollen sie das machen, erfüllt mich jedes Mal aufs Neue mit Verzücken.

Weiter klingt der Kölnpfad zunächst einmal nach einer relativ ungefährlichen Sache (sehen wir mal von den Kilometerzahlen ab, die für die meisten Menschen schon sehr verrückt klingen). Tatsächlich sprechen die Zahlen der Aussteigenden  aber eine andere Sprache: über fünfzig Prozent auf der 100-Meilen-Strecke. Die Rohdaten verleiten vielleicht ein wenig dazu, den Kölnpfad zu unterschätzen, und so gibt es doch sehr viele, die hier an ihre Grenzen stoßen, egal ob sie sich für die 100 Meilen, die jecken 10 x 11 Kilometer oder die Nachtschicht (75 Kilometer) entschieden haben. Einige erreichen diese früher als gedacht und kämpfen dann, um die Grenzen doch noch ein wenig hinauszuschieben, andere wachsen tatsächlich über sich hinaus. Lange hat es mich in der Nacht nicht im Zelt gehalten, zu groß war am Morgen der Drang, jene zu empfangen, die sich durch die letzte Nacht gekämpft hatten, ihnen zu ihrer Leistung zu gratulieren, die sicherlich mehr Täler gesehen hatten als ich an diesem Wochenende.

Zur Strecke des Kölnpfads können andere Menschen ganze Bücher schreiben. Wie ich inzwischen weiß, ist sie mit sehr viel Liebe zum Detail ausgesucht worden und zeigt neben vielen schönen Stellen in der Natur auch sehr viele Orte, die einen Teil der bewegten Geschichte dieser Stadt offenbaren. Während des Laufs blieb mir diese Einsicht jedoch leider verborgen. (Vielleicht muss ich diesen Lauf ja mal in Begleitung eines Kölner Menschen absolvieren.) Andere Menschen, die einen größeren Bezug zu Köln haben, können sicherlich auch in größerer Begeisterung davon vorschwärmen, wie grün der Lauf doch ist, obwohl die Strecke sich nie wirklich weit von der Zivilisation entfernt. Doch da, so bin ich ehrlich, stehe ich mehr auf die kleinen wirklich schmalen Pfade, die sich durch die Felder und Wälder schlängeln. Zugegeben, wir hatten auch viel Dunkelheit und auch der Tag war mit dem vielen Regen nicht besonders freundlich, auch wenn es sich unter dem kleinen Knirps, den ich eigens dafür mitgenommen hatte, sehr gut aushalten ließ. (Vom Quasi-Profi zum ersten Mal gehört, nun beim STUNT bei Stefan erneut gesehen und endlich übernommen. Ein kleiner Knirps ersetzt im Regen (ohne Sturm) eine teure Regenjacke locker.) Vielleicht lag es auch an der grandiosen Unterhaltung, dass ich vom Weg selbst nicht so viel wahrgenommen habe. Ein paar Sachen jedoch, bleiben mir als Bilder in Erinnerung und die sind eigentlich ganz schön.

Ein kleiner Hinweis noch für diejenigen unter euch, die den Kölnpfad mal laufen wollen: Es ist sehr hilfreich, für die Wegfindung ein GPS-Gerät dabeizuhaben, mit dem ihr umgehen und nach dem ihr laufen könnt. Es gibt doch ein paar Stellen, an denen die Chance, sich zu verlaufen, recht hoch ist, insbesondere wenn in der Nacht neben der schlechten Sicht auch noch die Müdigkeit hinzukommt.


¹ Das Projekt Papillon unterstützt die Kinder krebskranker Eltern. Diese tragen auch einen Teil der Last, die die Eltern durch die Krankheit schultern müssen. Allerdings haben sie, da sie ja nicht selbst krank sind, weniger Anlaufstellen und Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten. Diese Problematik soll hier angegangen werden.

 

#2

In ca. 27 Stunden und 27 Minuten erfolgt der Start vom Kölnpfad. Ein paar Kilometer mehr als 100 Meilen rund um die Domstadt.

Und diesmal wird es wirklich spannend für uns. Wenn in Köln der Start erfolgt, liegt unser letzter 100-Meiler schon im vergangenen Halbjahr. Es darf also stark bezweifelt werden, ob die Vorbereitung ausreichend lang und intensiv genug war.

Wir werden viele, nein sogar sehr viele gute Freunde wiedersehen und zusammen mit dem Dürener Dreamteam, bestehend aus Donald und Daisy, versuchen die Strecke als Quartett zu meistern. Das schöne diesmal ist: Ihr könnt „live“ dabei sein:

Hier ist der Link zu der Trackingseite!

  • Einfach auf den Namen klicken, der euch interessiert oder das ganze Gewusel in der Totalen beobachten 🙂

Noch schöner wäre es natürlich, wenn ein paar Kölner/Aachener usw. einfach mal vorbeischauen würden – wo wir sind, seht ihr ja permanent! Dann könntet ihr uns gut ein paar Minuten auslachen.

Den Link zum Tracking gibt es noch einmal an dieser Stelle, wenn das Rennen gestartet ist.

Falls ihr es nicht zum Zuschauen schafft, melden wir uns danach sicher mit einem Bericht unserer Reise!

 

Der erste Streich: STUNT 100

So ist er nun vollbracht, der erste Streich. Viele von euch haben uns Glück gewünscht und die Daumen gehalten. Einige von euch haben sogar bis tief in die Nacht den Live-Ticker des Veranstalters (den ihr noch nachlesen könnt) verfolgt. Vielleicht gibt es sogar welche unter euch, die auf einen Bericht oder die Geschichten vom STUNT warten. Die meisten hoffen vermutlich einfach darauf, nicht mehr so viel von uns lesen zu müssen. 😉 Diese wollen wir mit diesem Beitrag enttäuschen. Für erstere wollen wir hier den Versuch wagen, die vielschichtige Geschichte des STUNT 100 anzureißen:

Ein epischer Lauf ins Ungewisse

Epische Musik, die das obligatorische Briefing einläutet. Hells Bells von AC/DC oder For Whom the Bell Tolls von Metallica. Ein Abschiedslied, wenn die Läufer und Läuferinnen sich zum Start begeben, kurz bevor sie sich ihrer vielleicht letzten Herausforderung widmen. Conquest of Paradies von Vangelis, das als Abschiedslied von Henry Maske gespielt wurde. Vielleicht auch eines der Lieder von Hans Zimmer – Lost But Won – das die Läufer und Läuferinnen auf das Bevorstehende einstimmt. Im Anschluss, wenn wir der Gefallenen gedenken und die Überlebenden auszeichnen, wird dann Adiemus von Karl Jenkins gespielt, oder Now We Are Free ebenfalls von Hans Zimmer, wie wir es vielleicht noch von Gladiator kennen. Wir haben eine ungefähre Ahnung davon, wie ein episches Laufwochenende aufgebaut werden sollte. Der STUNT 100 in Sibbesse braucht all dies nicht. Diejenigen, die hierhinkommen, haben auch so schon eine Ahnung von dem, was auf sie zukommt. Der Veranstalter Hansi hat sie alle einzeln von Hand ausgesucht und das ist auch gut so: Denn der STUNT 100 hat sich – so müssen wir es zugeben – mit allen Wassern gewaschen und verlangt allen Beteiligten einiges ab und schenkt ihnen zugleich sehr vieles.

Den Kampf, den es bedeutet, können wir euch hier jedoch nicht vorwegnehmen. Auch dieses Gefühl von Abenteuer, wenn es nachts über den Külf geht, können wir hier weder adäquat in Worte fassen, noch werden ihm die Bilder gerecht. Ebensowenig das Gefühl ständig dem dunklen Turm ausgesetzt zu sein. Auch das Gefühl der helfenden Hände am Rand, die alles tun, um dich voran zu tragen und dich für deine Aufgabe zu wappnen, die gleichzeitig aber hilflos sind; denn tragen können sie dich nicht – so wie der weise Mann im Film, dem nicht mehr verbleibt, als dem jungen Krieger das magische Schwert zu überreichen, ihm ein paar Hinweise zu geben und dann in die Schlacht ziehen zu lassen. Das müsst ihr selbst erleben.

Darum gehen wir nun zu einer anderen Geschichte über, die an diesem Laufwochenende geschrieben wurde. Denn irgendwie sind Hansi dort, trotz aller Mühe zwei Gestalten in seine Starter*innenliste geraten, die – um noch für einen Moment bei den Liedern zu bleiben – eher nach Entry of the Gladiators von Julius Fucik klingen: Tim und Struppi oder wie sie während des Laufs liebevoll vom Team des Veranstalters genannt wurden wahlweise „die Partygang“, „das laufende Stimmungsnest“ oder die „Spaßgang“, die „die Versorgungsstationen plündernd durchs Leinebergland läuft und gute Laune verbreitet“.

Die Spaßgang

Diese Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Wir haben das gemacht, was wir am besten können: Über lange Distanzen essen und Klamauk machen. Dabei könnt ihr uns aber so regelmäßig erleben, dass wir das hier gar nicht weiter ausbreiten müssen: Entweder ihr kennt uns oder ihr lernt uns noch kennen oder das Schicksal meint es gut mit euch. Ob wir unser Ziel, den Verpflegungsstandaufenthaltsrekord vom vergangenen Jahr zu brechen, wissen wir leider nicht. Wir haben uns aber alle Mühe gegeben. Wir müssen uns an dieser Stelle aber sehr ausdrücklich bei Susanne, Matze und seiner Tochter entschuldigen: Aufgrund der hereinbrechenden Nacht hatten wir die Augen zu stark auf Sibbesse gerichtet, um euren VP in dem Moment richtig zu würdigen. Nur acht Minuten waren wir bei euch! Das tut uns sehr Leid und wir werden im nächsten Jahr alles daransetzen, euch die verpasste Zeit zurückzugeben (Sorry, Hansi.). Eure wunderbare Versorgung und die ganzen liebevollen Kleinigkeiten haben wir dennoch mit uns mitgenommen und uns auf den nächsten Kilometern von ihnen beflügeln lassen!

Die Photo-Love-Story: Frankie Goes to Sibbesse

Frankie! Im letzten Jahr Teil des glorreichen Triumvirats hat Frank sich in diesem Jahr der Vernunft gebeugt und verletzungsbedingt pausiert. Da wir nicht ganz ohne ihn laufen wollten… Seht einfach selbst:

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(Das letzte Bild haben wir ganz dreist von der STUNT100-Homepage übernommen. Das Copyright dafür liegt vermutlich bei [wenn ich mir Namen richtig merken könnte] Susanne.)

Das Comeback

Ohne ihn hätten der Pfad- und der VP-Sucher sich sicherlich nicht so ohne weiteres kennengelernt. Ohne ihn wären wir wahrscheinlich auch nicht so wirklich in diese Ultralaufszene hereingerutscht. Der Mensch, der sich hier bei den Kommentaren würdig „der alte Mann“ nennt, ist sicherlich so etwas wie unser beider Lauf-Papa. Durch ihn haben wir auch zum STUNT gefunden. Nun hatten wir ihn für dieses Wochenende noch einmal zurück auf die lange Strecke geholt. So sollte sich der Kreis schließen. Diese Geschichte können wir andernorts erzählen – oder ihr fragt ihn selbst. Eine Sache vom STUNT gibt es hier aber noch, die für uns doch die Menschen in der Ultra-Laufszene auszeichnet und die wir hier wiedergeben wollen: Wo sonst halten die Menschen mitten in dem, was einige als Wettkampf betiteln wollen, inne und rufen den Veranstalter an. Sie stehen mitten im dunklen Wald, genießen das Spektakel, das hunderte Glühwürmchen, die den Wegesrand säumen, ihnen bieten und haben einfach das Bedürfnis, dieses Erlebnis mit jemandem  zu teilen.

Danke, Helmut, dass du dich für uns oder durch nochmal zu dieser Ausnahmeaktion hast hinreißen lassen! Wir verneigen uns.

Die wahren Held*innen

Auf dem Finisher-Photo des STUNT 100 2017 sind neun Menschen zu sehen, die – auch wenn sie sicherlich zum Teil einiges durchgemacht haben – im Wesentlichen ein so schönes Urlaubswochenende geplant hatten, dass sie sogar bereit waren, Geld dafür zu bezahlen. Sie alle sind an diesem Wochenende sicherlich mehr gelaufen als der Durchschnittsmensch. Sie haben vielleicht auch ein wenig Respekt oder Mitleid verdient, wenn wir uns überlegen, welchen Quatsch sie sich für das Wochenende ausgesucht haben. Die wahren Helden und Heldinnen dieses Wochenende tauchen aber auf dem Bild nicht auf: Das ganze Versorgungsteam des STUNT 100 fehlt. Dabei sind dies die Menschen, die alles in ihrer Macht stehende getan haben, um die Verrückten zu unterstützen. Sie werden viel zu oft vergessen, aber ohne sie und ihren freiwilligen Einsatz mit vollem Herzblut wäre am ganzen Wochenende nichts gelaufen. Für uns seid ihr die wahren Heldinnen und Helden. Ihr wisst, was ihr alles getan habt und dazu können wir, während wir uns demütig verbeugen, nur eines sagen: Danke! Schön, dass ihr da wart! Die Geschichten, die ihr erlebt…

Die Familienfeier

Die Geschichte des STUNTs ist auch die Geschichte einer großen Zusammenkunft einer etwas größeren kleinen Familie. Die wenigsten Menschen dort haben wir uns gezielt ausgesucht oder aussuchen können, aber bei allen sind wir froh, dass sie da sind, und irgendwann – so sagt es der Pfadsucher – kommt der Punkt, an dem wir nicht nur für uns sondern auch für sie laufen. Denn jeder einzelne dieser Menschen trägt auf seine ganz eigene Weise etwas ganz Besonderes zu dieser Feier bei, trägt uns ein Stück weit mit und für jeden einzelnen dieser Menschen hätte ich zumindest eine kleine Geschichte parat, die ich mir in guter Erinnerung behalten möchte. Einige davon werden bestimmt sehr lange begleiten, werden aufbewahrt wie kostbare Schätze und ausgepackt, wenn wir in dunkler Nacht verloren auf einem einsamen Trail stehen. Weißt du noch… ?

Photos haben wir wie immer ein paar zusammengestellt: Der Pfadsucher und Der VP-Sucher. (Leider wissen wir noch nicht, wie wir daraus ein einziges Album machen.) Dabei sind auch die Bilder aus der Frankie Goes to Sibbesse-Love-Story in höherer Auflösung.

STUNT100 2017 – der Weg zum zweiten Stern

Wir sind dann mal unterwegs beim STUNT100.

Wir freuen uns schon sehr darauf. Der Lauf wird geprägt sein von viel einsamer Zweisamkeit, vor allem aber durch ein super Team am Sportplatz und am Wegesrand. Alle paar KM werden wir wieder empfangen werden als gehörten wir zur Familie. Irgendwann kommt der Punkt an dem wenig gehen wird. Aber in diese Momenten läuft man dann nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen, die am nächsten VP warten und sicher traurig wären, wenn man nicht mal auf ein kurzes Gespräch vorbeikommt.

Wir sind vorbereitet:

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Leider ist Frank dieses Mal nicht dabei – aber irgendwie wollten wir ihn doch mit dabei haben:

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Wir laufen den einfach für dich, lieber Frank.

Auf Live-Updates von uns unterwegs möchte ich verzichten – das Internet im Wald… Und außerdem soll man sich ja auf die Sachen, die man so tut, voll und ganz einlassen. Wird auch sicher nötig sein!

Hier wird es ein paar Live-Updates vom Veranstalter geben!

Auf bald!