Limburgs Zwaarste

Wie würde es sich wohl anfühlen, eine Woche nach dem Lauf mit den verrückten Menschen um Sohlingen, in das flache Holland zu radeln, um dort die Zwaarsten zu laufen? Noch dazu ohne die Chance, einfach jemandem hinterherzudackeln, sondern in die Rolle des Leit-Struppis schlüpfen zu müssen?

Ich war recht gespannt und auch, wenn ich inzwischen schon ein paar Erfahrungen sammeln durfte, habe ich nicht damit gerechnet, dass die Zwaarsten ein Blumenschlecken werden würden.

LimburgsZwaarste.10.Blumig

Blumige Aussichten

Wir haben es schon an verschiedensten Stellen beschreiben, aber es ist jedes Mal wieder beeindruckend: Man kommt morgens um kurz nach 5 Uhr im Dunkeln irgendwo an und innerhalb weniger Sekunden taucht man ein in diese wundersame Welt der Ultraläufer-Familie und fühlt sich direkt zuhause – ein Gefühl, das einen den ganzen Tag nicht loslassen wird, bis man am Abend Abschied nimmt, um sich direkt auf das nächste Mal zu freuen.

Anstelle des Pfadsuchers war dieses Mal eine Hügelgenießerin dabei, die hier in Limburg ihre ersten 100km bewältigen wollte – also nicht ihre ersten gelaufenen 100km, sondern ihre ersten am Stück gelaufenen 100km… sagen wir ‚ihren ersten 100km-Lauf‘, auch wenn es nach offizieller Vermessung etwas mehr als 101km waren…

Im letzten Jahr wurde dem Pfadsucher und mir in etwa bei km 23 klar, dass es ganz gut lief und wir einen guten Tag hatten. So sollte es auch dieses Mal wieder bei mir sein – schon vor 09:00 Uhr ein wunderbares 2-Meter-Frühstücksbüfett mit Chips!

LimburgsZwaarste.10.Fruehstueck

Chips in zwei Varianten beim 2-Meter-Frühstücksbüfett! 🙂

Der Tag musste einfach großartig werden! Und das wurde er dann auch: Sonne, Regen, eisiger Regen, Hagel und dann wieder Sonnenschein. Ein wahnsinnig engagiertes Team, das sich um das Wohl der Läufer*innen kümmert; liebevolle Wegbeschilderung:

LimburgsZwaarste.10.Wege

Für manche helfen nicht einmal Schilder…

Matsch, tolle Wegführung, tolle Verpflegung, viele nette Menschen. Vermutlich könnte ich seitenlang über Limburg schwärmen. Das wird für mich wohl einer der schönsten und ganz besonderen Läufe bleiben. (Danke an das ganze Team von Limburgs Zwaarste und auch an meine zwei Wegbegleiter*innen für diesen feinen Lauf.) Statt es euch aber hier zum Lesen zu geben, rufe ich euch dazu auf, euch an Willem und Annemarie zu wenden und ihnen zu sagen, dass es euch egal ist, dass sie Limburgs Zwarste nicht nochmal anbieten wollen, dass ihr das Ding trotzdem nächstes Jahr laufen wollt und euch deshalb schon jetzt dafür anmeldet. 🙂 Dann könnt ihr es einfach selbst erleben.

Zum Schluss noch einmal mein Bedauern an die Hügelgenießerin: Wer so gut durch den ersten 100km-Lauf kommt, auf den letzten Kilometern noch Kraft zum Austoben hat und die Kraft nicht nutzt um anschließend wegzulaufen qualifiziert sich leider für mehr Quatsch mit der LTB-Chaos-Splittergruppe aus dem Pfadsucher und Struppi – das ist der Anfang vom Ende; oder, um es mit Dantes göttlich komischen Worten zu sagen: „Lasst, die ihr hier eintretet, alle Hoffnung fahren.“LimburgsZwaarste.10.Sonnenuntergang

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