Wir über uns

Zeit sich einer bisher sehr vernachlässigten Kategorie zu widmen. Jeder Blog füllt diese Seite mit allerhand Nützlichem und Informativem über den oder die Schreibenden. Das soll hier natürlich nicht so sein. Aufgrund der Tatsache, das wir hier zu zweit schreiben und auch die meiste Zeit zusammen auf den längern Touren unterwegs sind, ist es nur logisch hier den jeweils Anderen zu Wort kommen zu lassen.

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Wir war’n nun einmal am Rheinorange…

Ich über ihn:

He just feels like running… For no particular reason he keeps on going… Ich denke das sind die passensten Zitate an dieser Stelle. Es ist wohl seine Einstellung zum Laufen an sich, die den Unterschied macht und die in jedem noch so schwierigen und komplizierten Moment eines Laufes da und abrufbar ist. Die Energie zu motivieren und zu relativieren gepaart mit seiner Selbstlosigkeit und seiner Freude daran einfach unterwegs zu sein machen ihn zu dem Läufer, der er ist. So lange nur genug zu Essen und zu Trinken verfügbar ist, könnte er ewig weiter laufen. Meist passt er sich jedoch so weit der Gesellschaft an, dass er einfach stehen bleibt, wenn die anderen es auch tun. Ohne viel darüber zu reden, absolviert er Laufpensum, das fast alles übertrifft, was die meisten anderen Langdistanzler so veranstalten. Immer bereit, meist mit einem Rucksack voll Essen, geht es ihm nicht so sehr darum irgendwas zu schaffen, sondern mehr darum zwischendrin eine gute Zeit zu haben.

Er über mich:

Sein Dach
Sind Wetterwolken und der Boden ist
Sein Lager
Winde krausen ihm das Haar
Und Reegen träuft mit seinen Thränen ihm
Vom Angesicht, und seine Kleider troknet
An heißem Mittag ihm die Sonne wieder,
Wenn er im schattenlosen Sande geht.
Gewohnte Pfade sucht er nicht.

– Tod des Empedokles, Friedrich Hölderlin

 

Der Pfadsucher. Zu erkennen ist er meist an der frisch-schlammigen Kleidung selbst beim heimischen Straßenmarathon und dem Geruch nach Wald und Wildnis. Was soll ich eine Lobhymne auf ihn singen? Erlebt es einfach selbst: Lauft mit ihm. Stellt euch dabei auf Dornen ein, auf Wasser, auf kräftezehrenden oder rutschigen Schlamm, auf beißende Brennnesseln, auf steile Hänge, auf kleine garstige Zecken, auf Gestrüpp und Geröll, stellt euch auf Tunnel ein. Stellt euch darauf ein, mit ihm Gipfel zu erklimmen, an die ihr zuvor nicht dachtet. Stellt euch darauf ein, mit ihm durch Täler zu gehen, durch die ihr nicht gedacht hättet gehen zu können oder zu wollen. Stellt euch darauf ein, Worte in einem Kontext wieder zu finden, in dem ihr sie nicht finden wolltet. Stellt euch auf gute Unterhaltung ein, auf Spaß aber auch ein offenes Ohr und Herz. Stellt euch auf Laufen mit offenen Augen ein. Stellt euch auf Pfade ein, von denen ihr nicht glaubt, dass sie schon jemand gelaufen ist, oder jemand nach euch laufen wird. Stellt euch darauf ein, den euch vertrauten Wald mit ganz neuen Augen zu sehen.

Stellt euch darauf ein, euch mit ihm im Laufen seiner Pfade zu verlieren.

Stellt euch darauf ein und entdeckt, dass das alles doch auf wunderbare Weise anders kommt, als ihr es euch vorgestellt habt. Lauft mit ihm und entdeckt mit ihm das Laufen abseits der breitgetretenen Pfade, das Laufen jenseits des Sports. Mit ihm kann man jeden Quatsch machen, aber seid gewarnt: Es macht süchtig und danach seht ihr das Laufen vielleicht mit anderen Augen, denn gewohnte Pfade sucht er nicht.

 

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