@VPsucher #1

Moin,

erinnerst du dich noch an die beiden „Pfade“ die an der mAMa-Strecke auf dem Rückweg nach dem Grenzübertritt und der Gasverteilerstation rechts ab in den Wald gingen. Wir hatten ja immer mal überlegt ob da was geht und sind ja auch einmal von der anderen Seite kommend auf der „Leckstein“-Runde in der Gegend aus dem Wald gefallen. Heute bin ich zufällig da reingestolpert nur um nach sinnlosen 20 Minuten und wenigen Metern, 20 Meter weiter wieder auf den breiten Weg zu fallen. Keine Chance. Der Bewuchs wird zu extrem in der richtigen Richtung – ich hab alles versucht. Eventuell hilft der Winter da noch nach, aber wir wollen ja auch nicht die letzten Freunde vergraulen. Und wir arbeiten ja immer 100%ig getreu dem Motto: #nononsense – das Stück ist aber #nonononsense. Bei einer eventuellen mAMa extrem-Ausgabe zum 10jährigen könnten wirs mit reinnehmen ;).

Grüße, Pfadsucher

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Das Ende.

Endlich. Der einzig mögliche Gedanke in der letzten Stunde war: Bald kommt die nächste Bank, die nächste Gelegenheit sich hinzusetzen. Und egal was dann passiert – dann ist es vorbei. Zu lang und zäh die letzten Stunden, zu wenig Kilometer in so unendlich viel Zeit. Dieses Mal hat es einfach nicht funktioniert.

Es ist ungefähr Mitternacht und ca. Kilometer 153 von den letztlich 166 Kilometer auf dem Kölnpfad. 24 h sind wir jetzt zu viert unterwegs. 24 unfassbar schöne Stunden. Gerade weil wir es tatsächlich vollbracht haben als Quartett so weit zu kommen. Unterwegs haben wir so viele Freunde getroffen, haben viele Kilometer mit ihnen geteilt, den Humor wie üblich nicht zu kurz kommen lassen, die wunderbaren VPs genossen und Stück für Stück Köln umrundet. Wir haben ein gemeinsames Tempo gefunden und immer aufgepasst, dass wir für keinen von uns Vieren zu schnell unterwegs sind. Dass das funktioniert hat ist erstaunlich und eine wunderbare Sache. Die Kraft haben wir und besonders auch ich in den letzten Stunden viel aus dieser Gemeinsamkeit geschöpft, aus der Freude so lange zusammen unterwegs sein zu können. Aus den gemeinsamen Gesprächen, den „Witzen“ und den Plänen für die Zukunft. Für mich kam auch ein Teil der Motivation aus dem Willen nach dem STUNT100 am Wochenende davor auch Köln erfolgreich zu umrunden. Und wir waren unserem gemeinsamen Traum zu viert über 100 Meilen gemeinsam zu laufen so unfassbar nahegekommen.

Und doch kündigte sich schon einige Stunden vor Mitternacht an, dass das Ende schwer werden würde. Die Erschöpfung ließ sich viele Stunden des Laufs mit Kaffee und Cola bändigen, doch langsam aber sicher befreite sie sich aus dem Koffeingefängnis. Die Hinweise mehrten sich. Ich vergaß regelmäßig zu essen und zu trinken. An und für sich nicht dramatisch am Ende eines langen Laufes, aber das Ende war eben noch zu weit weg. Mehrere Stunden zu weit. Am letzten VP konnte ich kaum etwas zu mir nehmen und war schon stehend KO. Und vor uns lag noch mehr als ein Halbmarathon in erst einbrechender und dann völliger Dunkelheit. Das bedeutete mit unserem momentanen „Tempo“ fast 4 Stunden auf den Beinen. In der zweiten Dunkelheit. Unvorstellbar und nicht möglich. Dieses Mal hatte die Erschöpfung gewonnen und brach so allumfassend über mich herein wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Und dann kam sie. Endlich: die Schutzhütte. Zu nichts mehr fähig sank ich auf die Bank. Das Ende. Niemals wieder werde ich aufstehen. Sofort ist es kalt. Sehr sogar. Der Kreislauf verabschiedet sich. Ein bekanntes Gefühl und noch schlimmer: mir ist es egal. Ich muss mich ja nie mehr bewegen.

Die Bank ist hart. Und es ist doch sehr, sehr kalt in dieser Nacht im Juli. Und unfassbar still und einsam. Es sind 4 Bänke da – keiner von uns spricht. Es ist dieser sehr spezielle Moment. Ich weiß meine drei Begleiter sind momentan besser drauf. Haben ihre Tiefs überwunden oder nie eins gehabt. Oder sind im Kopf stark genug um das Tief zu übertrumpfen. Und alle drei wissen, dass es kaum mehr als 10 Kilometer sind bis zum Ziel. Ich weiß – sie wollen unbedingt dort hin. Sie halten den Atem an, unternehmen aber nichts. Stille. Ein paar Minuten. Ich stehe auf. Auch wenn es die härtesten Stunden werden sollten – hier, irgendwo im Königsforst können wir ja doch nicht bleiben. Schritt für Schritt muss es weitergehen.

Ich werde oft gefragt: warum? Ich kann es nicht sagen. Aber gerade in diesen Momenten in denen die Hoffnung, die Kraft und die Überzeugung gegangen sind, in denen nichts mehr geht und das Ende da ist – liegt etwas unbeschreibliches. Diese Überwindung zu erleben macht sicher einen Teil des Reizes aus auf diesen langen Strecken.

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#1: TorTour de Ruhr (160,9 km), 2016

#2: STUNT100 (160,9 km), 2016

#3: LangsteNaachtLoop (166 km), 2016

#4: Hermannsweg (161 km), 2017

#5: Seilersee (161 km), 2017

#6: STUNT100 (160,9 km), 2017

#7: Kölnpfad (166 km), 2017

tbc…

 

#2

In ca. 27 Stunden und 27 Minuten erfolgt der Start vom Kölnpfad. Ein paar Kilometer mehr als 100 Meilen rund um die Domstadt.

Und diesmal wird es wirklich spannend für uns. Wenn in Köln der Start erfolgt, liegt unser letzter 100-Meiler schon im vergangenen Halbjahr. Es darf also stark bezweifelt werden, ob die Vorbereitung ausreichend lang und intensiv genug war.

Wir werden viele, nein sogar sehr viele gute Freunde wiedersehen und zusammen mit dem Dürener Dreamteam, bestehend aus Donald und Daisy, versuchen die Strecke als Quartett zu meistern. Das schöne diesmal ist: Ihr könnt „live“ dabei sein:

Hier ist der Link zu der Trackingseite!

  • Einfach auf den Namen klicken, der euch interessiert oder das ganze Gewusel in der Totalen beobachten 🙂

Noch schöner wäre es natürlich, wenn ein paar Kölner/Aachener usw. einfach mal vorbeischauen würden – wo wir sind, seht ihr ja permanent! Dann könntet ihr uns gut ein paar Minuten auslachen.

Den Link zum Tracking gibt es noch einmal an dieser Stelle, wenn das Rennen gestartet ist.

Falls ihr es nicht zum Zuschauen schafft, melden wir uns danach sicher mit einem Bericht unserer Reise!

 

Ruhrorange

Wenn man in Witten aus der Stadt kommend, den Hauptbahnhof links liegen lässt und Richtung Heven läuft kommt man nach der Unterführung unter den Schienen zuerst am Kiosk (rechte Straßenseite) vorbei. Dort gönnt man sich am allerbesten ein Kaltgetränk seiner Wahl und packt noch ein paar davon in den Rucksack. Dann geht es eine ganze Zeit lang am Stahlwerk (links) vorbei. Den Geruch sollte man genießen. Diese Mischung aus beißender Chemie mit einem öligen Unterton wird zu etwas Vertrautem und Liebgewonnenem, wenn man diesen Weg nur oft genug geht. Dazu kommt das leise aber kräftige Rumpeln der Stahlträger im Werk. Nachts ist das noch eindrucksvoller.

Am Kreisverkehr dann links bis zum nächsten Kreisverkehr wo der „Ruhrdeich“ zur „Herbeder Straße“ wird. Da drüber und schräg geradeaus geht der Ruhrtalradweg rein ins Grüne. Schnell kommt man zur Nachtigallbrücke. Wenn man links nach unten schaut ist ein Steg zu sehen. Da kommt man gut hin und kann dann einfach nur noch genießen. Die Füße in die kalte Ruhr halten, sein Kaltgetränk zu sich nehmen, das ewige Treiben des Flusses beobachten – die leisen Geräusche aus dem Stahlwerk als Hintergrundmusik.

Ein wundervoller Platz. Wenn man Glück hat geht zuerst die Sonne unter und dann eine andere Sonne auf. Abstich im Stahlwerk. Und auf einmal ist der ganze Himmel ORANGE…

Im Mai 2018 wird es so km 150 bis 160 sein und die Geduld für die Bewunderung dieser Schönheit wird arg begrenzt sein. Und doch wird es ein Moment des Genießens werden und für mich die Erinnerung an die vielen guten Jahre an der Ruhr und die unzähligen Stunden „da unten“ auf dem Steg.

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Und ja: wir werden es 2018 mal von Winterberg (230 km) aus versuchen. An dieser Stelle ist es Zeit sich an die schöne und anstregende Zeit 2016 zu erinnern, sich noch einmal bei der großartigen Crew damals zu bedanken und sich dann auf die Wiederholung im nächsten Jahr zu freuen!

Wir werden uns so nach und nach organisieren. Es wird wie letztes Mal eine Gruppe in einem dieser neumodischen Netzwerke geben, wo wir Crew, Interessenten und Schaulustige versammeln werden. Wenn ihr dabei sein wollt könnt ihr euch ab sofort bei uns melden: info.pfadsucher@posteo.de! Es wird ein langer und intensiver Weg aber wenn ich das Foto hier so anschaue…

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Vielleicht ist ein zweites Mal ja auch noch drin?

13. Mai

Der 13. Mai wird dem Pfadsucher immer in Erinnerung bleiben. Genau vor 10 Jahren am 13/05/2007 war es: der erste Marathon!

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War schon eine große Sache damals. Viele gute Erinnerungen – an die Trainings am See, die schöne Lauftruppe während der Vorbereitung und besonders hervorzuheben: die Freundschaft zu Daniel, die uns von da an noch einige Jahre immer wieder zusammen hat laufen und noch ein paar Marathons mehr oder weniger zusammen hat durchstehen lassen.

Und was für ein Lauf war doch dieser erste Marathon damals. Zu dritt auf ähnlichem Niveau in einer Altersklasse angetreten, lag ich lange vorn in diesem Rennen um dann am Ende doch mit meiner noch immer bestehenden PB von 03:21:23 letzter von uns zu werden. Damit war die Zukunft vorgezeichnet. Befreit von der Bürde des Leistungsdrucks, talentfrei und beschämt ging es von da an Schritt für Schritt immer weiter in Richtung Einsamkeit in der Natur. So spricht der einzige Marathon in 2017 mit 07:19:00 Stunden auch eine entsprechend deutliche Sprache. Es ist dieses andauernde Gefühl als würd man ständig bergauf und gegen den Strom laufen…

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Das Laufen beginnt eben mittlerweile dort, wo der Sport lange aufgehört hat :)!

Breaking News.

Ok, sie haben es wirklich versucht. Ein größerer Sportartikelhersteller, 3 Superathleten, ein Formel 1-Kurs, High-Tech so weit das Auge reicht und eine riesige PR-Aktion. Geholfen hat es freilich nichts. Das Ziel – den Marathon unter zwei Stunden laufen zu lassen – wurde um 25 Sekunden verfehlt. Und nicht nur das: die von Eliud Kipchoge gelaufene Zeit wird noch nicht einmal der offizielle Rekord. Zu künstlich alles.

Schade, dass die Leistung aller Läufer durch dieses „Drama“ drumherum in den Hintergrund gerückt ist. Einseitige Berichterstattung, vorgefertigte Interview und eine sportliche Höchstleistung, die lediglich an Zahlen gemessen wurde. Mehr gab es nicht zu sehen.

Mit einer Menschheit, die nach und nach ihre Lauf-Gene gerade durch des Streben nach Höher-Schneller-Weiter dabei fast unbemerkt immer weiter abschaltet bleibe ich bei der mehr oder weniger gewagten These: einen offiziellen Weltrekord auf 42195 Metern unter zwei Stunden werde ich nicht mehr erleben. Und wenn ich nicht, dann mein Sohn schon gar nicht. Obwohl ich ihm den Zahn vielleicht nicht vor der vollen Entfaltung seines eventuell vorhandenen Talents ziehen sollte …

Mit der Legende um den ersten, tödlich geendeten Marathon angefangen hat diese Distanz schon immer Menschen bewegt und außergewöhnlich stark motiviert. Ich finde diese Distanz sollte man nicht ins Labor stellen – aus welchen Beweggründen auch immer. Von mir aus in Berlin vor abertausenden von Fans oder auch irgendwo im Dreck. Wenn ein neuer Weltrekord, dann doch bitte im echten Wettstreit mit einer echten Geschichte dahinter. Und nicht jeden Schallmauer muss durchbrochen werden.